Deutsche Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2004

Das Bruttoinlandsprodukt, der Wert der in Deutschland erwirtschafteten Leistung, hat sich im zweiten Quartal 2004 gegenüber dem Vorquartal – saison- und kalenderbereinigt – real um 0,5% erhöht und ist damit etwas stärker gestiegen als im ersten Quartal (+0,4%).

Im Vorjahresvergleich betrug die Zunahme (unbereinigt) 2,0%. Wie das Statistische Bundesamt in seiner Schnellmeldung weiter mitteilt, hätte das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2004 unter Ausschluss des Kalendereffekts (im zweiten Quartal 2004 stand ein Arbeitstag mehr zur Verfügung) gegenüber dem zweiten Quartal 2003 bei 1,5% gelegen.

Ausschlaggebend für die leichte Belebung der Wirtschaft im zweiten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorquartal war – wie auch im ersten Quartal – der Anstieg des Exportüberschusses (Außenbeitrag); die inländische Verwendung hat dagegen nahezu stagniert. Auch im Vorjahresvergleich kam der Wachstumsimpuls allein von den im Vergleich zu den Importen stärker gestiegenen Exporten.

BM Clement sagte hierzu: „Deutschland profitiert nicht nur von der weltweiten Wirtschaftsbelebung sondern in hohem Maße auch von seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit.“

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2004 wurde von 38,2 Mill. Erwerbstätigen erbracht, das waren 112 000 Personen oder 0,3% weniger als ein Jahr zuvor. Während es in den zweiten Quartalen der Jahre 1998 bis 2001 jeweils zu einem Beschäftigungsaufbau um durchschnittlich rund 444 000 Personen kam, zeigt sich in den zweiten Quartalen der letzten drei Jahre ein Beschäftigungsabbau um durchschnittlich 248 000 Personen.

Allerdings hat sich im zweiten Quartal 2004 die seit einem Jahr zu beobachtende schrittweise Verlangsamung des Personalabbaus im Vorjahresvergleich weiter fortgesetzt (zweites Quartal 2003: – 465 000 Personen oder -1,2%). Begünstigt wurde die Entwicklung der Erwerbstätigkeit seit dem zweiten Quartal 2003 nach wie vor durch die zunehmende Inanspruchnahme der arbeitsmarktpolitischen Instrumente im Rahmen der Hartz-Gesetze I und II (Ich-AGs, Mini-Jobs).

Der im zweiten Quartal eines Jahres saisonal übliche Anstieg der Erwerbstätigkeit durch jahreszeitlich bedingte Einflüsse fiel in diesem Jahr im Vergleich zum ersten Quartal 2004 mit einer Zunahme um 400 000 Personen stärker aus als in den beiden Jahren zuvor (zweites Quartal 2003 gegenüber erstem Quartal 2003: + 381 000 Personen).

Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der jahreszeitlich bedingten Schwankungen, hat sich im zweiten Quartal 2004 der Beschäftigungsabbau im Vergleich zum Vorquartal ebenfalls verlangsamt. Im Durchschnitt des zweiten Quartals 2004 waren saisonbereinigt in Deutschland 26 000 Personen (- 0,1%) weniger erwerbstätig als im ersten Quartal 2004 (- 48 000 Personen oder – 0,1%).

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