Bruttoinlandsprodukt 2004 um 1,7 % gestiegen

Nach ersten Berechnungen des deutschen Statistischen Bundesamtes hat sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr real um 1,7% erhöht. Nach der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen drei Jahren ist dies der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2000 (+ 2,9%).

Allerdings war der Kalendereffekt im Berichtsjahr mit + 0,5%-Punkten ungewöhnlich groß; nach Ausschaltung dieses Effekts ergibt sich für das Jahr 2004 eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von rechnerisch 1,1%.

Ausschlaggebend für die Belebung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2004 war ein Anstieg der realen Exporte, der deutlich über den realen Importzuwächsen lag. Die daraus resultierende Zunahme des realen Exportüberschusses (Außenbeitrag) führte zu einem positiven Wachstumsimpuls von 1,2%-Punkten.

Die inländische Verwendung des Bruttoinlandsprodukts nahm vergleichsweise schwach zu (+ 0,5%). Dabei haben sich die staatlichen Konsumausgaben etwas erhöht (+ 0,4%), während die privaten Konsumausgaben leicht rückläufig (- 0,3%) waren. Bei den Bruttoanlageinvestitionen war wiederum ein Rückgang zu verzeichnen, der allerdings mit 0,7% deutlich geringer ausfiel als in den drei vorangegangenen Jahren. Der Vorratsabbau fiel ebenfalls geringer aus als im Vorjahr und trug damit positiv zur Entwicklung der inländischen Verwendung bei.

Der Staatssektor wies im Jahr 2004 nach noch vorläufigen Berechnungen ein Finanzierungsdefizit von 84,5 Mrd. Euro auf; bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen sind dies 3,9%. Der Referenzwert nach dem Maastrichtvertrag liegt bei 3%.

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