Eine Milliarde Euro zur Förderung der Handelstätigkeit der Entwicklungsländer

Auf seiner Pressekonferenz zum Auftakt des G8-Gipfels in Gleneagles (Schottland) kündigte Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Bereitstellung von jährlich einer Milliarde Euro zur Förderung der Handelstätigkeit der Entwicklungsländer an. Diese von der EG zur Förderung des Handels vorgesehene Hilfe unterstützt die in Armut lebenden Länder dabei, die sich durch die Marktöffnung bietenden Exportchancen wahrzunehmen.

Kommissionspräsident Barroso vertritt die EU auf dem G8-Gipfel gemeinsam mit dem derzeit vom VK gestellten Ratspräsidenten. Die multilaterale Liberalisierung des Handels schafft potentiell beträchtliche Wirtschaftschancen, die für viele Menschen den Ausweg aus der Armut bedeuten könnten. Präsident Barroso als »neunter Mann« am Verhandlungstisch der G8 hat Einzelheiten zu der den Handel fördernden Hilfe bekannt gegeben und seine wichtigsten Forderungen an den Gipfel dargelegt. Er ist soeben von einer Besuchsreise durch Südafrika, Mosambik, die Demokratische Republik Kongo und Libyen zurückgekehrt; in Libyen hat er ebenso wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, Worte an den Gipfel der Afrikanischen Union gerichtet.

Präsident Barroso äußerte sich wie folgt: »Nach dem bereits im vergangenen Monat erfolgten Votum der Europäischen Union zugunsten einer Verdoppelung der Entwicklungshilfe ist es meine Absicht, mit der heutigen Ankündigung ein starkes Signal an die Adresse der Verhandlungsrunde der G8 zu richten, um darauf hinzuweisen, mit welch großem Ehrgeiz die Europäische Union an dieses für die Entwicklung so entscheidende Jahr herangeht. Mit einem Anteil von 55% an der Hilfe ist die EG der weltweit wichtigste Geber. Hinzu kommt, dass wir den Entwicklungsländern bereits den weltweit größten und am leichtesten zugänglichen Markt bieten. Wir sind jedoch zu mehr in der Lage und auch entschlossen, mehr zu tun.«

»Mein Vorschlag, den ich auch in die Verhandlungen in Gleneagles einbringen werde, bedeutet eine wesentliche Belebung der Handelsförderung, deren Ziel es ist, Entwicklungsländern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und ihnen dabei unter die Arme zu greifen, wenn es darum geht, Marktchancen in Marktrealitäten zu verwandeln. Afrika wird daraus großen Nutzen ziehen. Bereits jetzt gewährt Europa für fast alle Erzeugnisse der ärmsten Länder zoll- und quotenfreien Marktzutritt. Wenn es Subsaharaafrika gelänge, seinen Anteil am globalen Handel auch nur um ein Prozent zu verbessern, dann ergäbe das eine jährliche Einkommenssteigerung, die sieben Mal mehr ausmacht als das, was dem Kontinent zurzeit an ausländischer Hilfe und im Wege des Schuldenerlasses zufließt. Doch Afrikas Anteil am globalen Handel geht ständig zurück. 1980 waren es noch 6%, und 2002 waren es nur noch 2%.«

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