JASPERS-Regionalbüro in Warschau eröffnet

Die EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Danuta Hübner, eröffnete am 12. Januar gemeinsam mit Philippe Maystadt, Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), und Horst Reichenbach, Generalsekretär der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), das neue JASPERS-Regionalbüro in Warschau. JASPERS („Joint Assistance to Support Projects in European Regions“) steht für eine neue Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und den zwei Banken im Hinblick auf die Unterstützung der mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten bei der Entwicklung hochwertiger Projekte, welche mit Mitteln aus den Strukturfonds und dem Kohäsionsfonds der EU realisiert werden sollen.

EU-Kommissarin Hübner sagte bei ihrer Eröffnungsansprache: „Die Mitgliedstaaten und die Regionen werden in den kommenden Jahren ein europäisches Investitionsprogramm von bisher ungekanntem Umfang umsetzen. Hier bietet sich eine hervorragende Gelegenheit zur Ankurbelung von Wachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in der gesamten Union. Wir stehen aber auch vor einer großen Herausforderung. Mithilfe der JASPERS-Initiative und durch die Zusammenlegung der Ressourcen und Erfahrungen der Europäischen Kommission, der EIB und der EBWE können wir den staatlichen Stellen sicherlich große Hilfe bei der Entwicklung von Großprojekten höchster Qualität leisten.“

EIB-Präsident Philippe Maystadt erklärte: „Die Unterstützung von Projekten in Regionen mit Entwicklungsrückstand ist das vorrangige Anliegen der EIB seit ihrer Gründung im Jahre 1958. In den fast fünfzig Jahren ihrer Tätigkeit zugunsten einer ausgewogenen Entwicklung der Union hat die EIB wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen mit Projektfinanzierungen im Einklang mit der EU-Regionalpolitik gesammelt. Ich bin hoch erfreut, dass die Bank durch die JASPERS-Initiative eine weitere Möglichkeit erhält, ihr Fachwissen gemeinsam mit der Kommission und der EBWE zum Nutzen der in den Jahren 2004 und 2007 beigetretenen EU-Mitgliedstaaten einzusetzen.“

EBWE-Generalsekretär Horst Reichenbach sagte: „Die EBWE ist seit 1991 in Polen und den baltischen Staaten tätig und hat seit dem Start der JASPERS-Initiative im Jahr 2006 Mitarbeiter ihres in Warschau ansässigen Infrastruktur-Teams bereitgestellt. Bei ihrem Beitrag zu JASPERS legt die EBWE den Schwerpunkt auf Bereiche, in denen sie über spezielles Wissen verfügt, wie z. B. kommunale Infrastruktur, Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen sowie Public-Private-Partnership-Projekte. Ich denke, dass das JASPERS-Regionalbüro in Warschau die Möglichkeit, den EU-Finanzhilfeempfängern in Polen und den baltischen Staaten vor Ort zu helfen, wesentlich verbessern wird.“

Die Eröffnung des Warschauer Büros beruht darauf, dass die neue Einrichtung wohl am effizientesten arbeitet, wenn ihre Mitarbeiter in der Nähe der für die tägliche Verwaltung der europäischen Programme und Projekte zuständigen Behörden angesiedelt sind. Das Warschauer Regionalbüro ist das erste von drei JASPERS-Regionalbüros, die in Mittel- und Osteuropa eingerichtet werden sollen. Die anderen Büros sind für Wien und Bukarest geplant und sollen in den nächsten Monaten eröffnet werden.
Das JASPERS-Regionalbüro in Warschau wird Fachleute verschiedener Bereiche beschäftigen – Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperten sowie Hilfspersonal –, die die Behörden in Polen, Estland, Lettland und Litauen bei der Vorbereitung größerer Investitionsvorhaben unterstützen werden, welche ab Januar 2007 Finanzmittel der Europäischen Union erhalten. Für den Zeitraum 2007-2013 stehen Polen bis zu 67,3 Mrd. EUR, Estland 3,5 Mrd. EUR, Lettland 4,6 Mrd. EUR und Litauen 6,9 Mrd. EUR aus den EU-Fonds zu.

Das Team wird durch Sachverständige der Europäischen Kommission, der EIB und der EBWE verstärkt. Die Fachkräfte im Warschauer Büro haben bereits mit der Ausarbeitung von Aktionsplänen begonnen, die gemeinsam mit den nationalen Behörden abgestimmt werden und zahlreiche Investitionsprojekte in verschiedenen Bereichen (z. B. Straßen- und Schienenverkehr, Umwelt, öffentlicher Nahverkehr und Energie) umfassen. Das Expertenteam wird außerdem Beratung zu Finanzierungsmechanismen, wie z. B. Public-Private-Partnerships, leisten.

Die Unterstützung im Rahmen der JASPERS-Initiative ist kostenlos und beruht auf der Bereitstellung von personellen Ressourcen der EIB und der EBWE in Kombination mit finanziellen Ressourcen der Europäischen Kommission aus den Haushaltsmitteln für technische Hilfe.

Weitere Informationen über die Europäische Regionalpolitik finden Sie auf der Website der Kommission.

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