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GesamtentwicklungDie Bewertung der von den Bewerberländern erzielten Fortschritte bei der Erfüllung der wirtschaftlichen Kriterien von Kopenhagen wird dieses Jahr in einen etwas größeren Zusammenhang gestellt als in den Vorjahren. Beurteilt werden die Fortschritte seit den letzten Regelmäßigen Berichten und die Weiterentwicklung bei der Erfüllung dieser Kriterien seit den Stellungnahmen, welche die Kommission 1997 für die meisten Bewerberländer vorgelegt hat. Die wichtigsten Entwicklungen werden nachstehend zusammengefasst; ausgewählte Wirtschaftsindikatoren für jedes Land sind in Anhang 7 (Abschnitt sec:ANHANG-7) zusammengestellt. Im Zeitraum 1997-2001 verzeichneten die meisten Bewerberländer ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum, das deutlich über dem EU-Durchschnitt von 2,6 % lag. Von der weltweiten Verlangsamung der Konjunktur, die Ende 2000 einsetzte, blieben auch die EU und mit ihr die Bewerberländer nicht verschont. Dies hatte 2001 in einer Reihe von Bewerberländern ein verlangsamtes Wachstum zur Folge, aber in der ersten Jahreshälfte 2002 verhielt sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wieder weitgehend stabil. Das in Kaufkraftparitäten ausgedrückte Pro-Kopf-BIP stieg in den zehn in Umstellung begriffenen Volkswirtschaften im Schnitt von 38,5 % im Jahr 2000 auf 39,3 % des EU- Durchschnitts. Die meisten Bewerberländer haben im Fünfjahreszeitraum etwas aufgeholt. Die Bewerberländer haben die Anpassung ihrer Produktionsstrukturen fortgesetzt. Der Anteil ihrer Landwirtschaft am BIP ging in besagtem Zeitraum zurück, während der Anteil des Dienstleistungssektors stieg, aber noch nicht den EU-Durchschnitt erreichte. Die zuletzt rückläufige Entwicklung der Inflation in den meisten Bewerberländern hielt auch 2001 an: Die meisten Länder verzeichneten eine einstellige Inflationsrate. In den letzten fünf Jahren haben die meisten Bewerberländer unabhängige Zentralbanken gegründet, die häufig Inflationsbekämpfungsstrategien zur Preisstabilisierung ergriffen haben. Hauptsächlich aufgrund der Umstrukturierung ihrer einheimischen Industrien und zum Teil aufgrund von Strukturmängeln auf dem Arbeitsmarkt ging die Beschäftigung während des Beurteilungszeitraums im Schnitt in allen Bewerberländern zurück. In vielen Ländern herrscht immer noch eine hohe Arbeitslosigkeit. In einigen Ländern scheint sich 2002 jedoch mit einem ersten Anstieg der Beschäftigtenzahlen ein Ende des Abbaus von Arbeitsplätzen abzuzeichnen. Alle Bewerberländer vermeldeten im fraglichen Zeitraum gesamtstaatliche Haushaltsdefizite. 2001 stieg das durchschnittliche Defizit in den zehn mittel- und osteuropäischen Ländern aufgrund des verlangsamten Wirtschaftswachstums, der Lockerung der Steuerpolitik, umstellungsbedingter einmaliger Ausgaben und genauerer Messungen von 3,2 % auf 3,8 %. Das Handels- und Leistungsbilanzdefizit fiel in den meisten Ländern im Beurteilungszeitraum relativ hoch aus, blieb aber innerhalb vertretbarer Grenzen. Die meisten Länder konnten genügend ausländische Direktinvestitionen anziehen, um diese Defizite zu finanzieren. Generell ließ sich bei den Handels- und Leistungsbilanzen eine leichte Verbesserung gegenüber 2001 beobachten. Die Privatisierung der Industrieunternehmen hat seit 1997 beeindruckende Fortschritte gemacht. Es wurde ein der EU vergleichbares Niveau erreicht, aber weitere Anstrengungen sind erforderlich, um die Umstrukturierung einer Reihe von Sektoren abzuschließen. Die Finanzintermediation ist weiter gewachsen. Fast alle Länder verfügen inzwischen über einen effizienteren und stabileren Banksektor. Das durchschnittliche Volumen inländischer Bankkredite für den Privatsektor fiel allerdings mit nahezu 27 % des BIP im Jahr 2001 immer noch relativ gering aus. Die Bedingungen für den Marktzu- und -austritt gewährleisten inzwischen einen ausreichenden Grad an Effizienz und Rechtssicherheit. Die Eigentumsrechte sind fest verankert und deutliche Fortschritte wurden beim Konkursrecht und Konkursverfahren erzielt. Trotzdem ist in den meisten Ländern der rechtliche Rahmen noch ergänzungsbedürftig. Die Europäische Union ist für alle Bewerberländer Haupthandelspartner und wichtigster ausländischer Investor. Es wurde ein hoher Grad an Integration der Bewerberländer in die Wirtschaft der EU erreicht. Last modified: 2002-10-15 |
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