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Die Bedeutung Chinas für die deutsche Wirtschaft

Perspektiven

Trotz des niedrigen Pro-Kopf-Einkommen nimmt die Bedeutung Chinas für den deutschen und internationalen Außenhandel stetig zu. Das Wirtschaftswachstum Chinas wird auch in den nächsten Jahren auf hohem Niveau bleiben, wenngleich Abschwächungstendenzen zu erwarten sind. Im Zuge dieser Entwicklung wird die durchschnittliche Kaufkraft der Bevölkerung weiterhin steigen und sich dementsprechend die Absatzmöglichkeiten für die deutsche Exportwirtschaft erhöhen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Senkung der Einfuhrzölle, die durch dem WTO-Beitritt erforderlich werden.

Im Einklang dazu steht die Entwicklung der deutschen und internationalen Direktinvestitionen in China. Der Standart China verzeichnet aufgrund seines riesigen Binnenmarktes, der niedrigen Arbeitskosten, der derzeit relativ stabilen Preisentwicklung und der soliden Verschuldung eine hohe Attraktivität. Angesichts der Bevölkerungsgröße und Arbeitslosigkeit werden die Lohnkosten auch in Zukunft niedrig bleiben. Die zunehmende Verflechtung Chinas in die internationale Weltwirtschaft wird die Außenwirtschaft weiter fördern. Der Wegfall der Zulassungsbeschränkung für Banken gegen Ende 2006 wird zu weiteren Direktinvestitionen in den chinesischen Finanzsektor führen.

Gefahren für die weitere Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft stellen die sozialen Spannung dar. Diese werden durch die hohe Arbeitslosigkeit, gemäß Schätzungen der asiatischen Entwicklungsbank beträgt diese bis zu 30 % unter der ländlichen Bevölkerung, sehr ungleichen Einkommen- und Vermögensverteilung und der Verarmung der Landbevölkerung hervorgerufen. Eine weitere Belastung droht aus der Sanierung des Banken- und Industriesektors sowie der eingeschlagenen Bevölkerungspolitik, Quelle: Die Daten stammen von der Bundesbank, Bericht Mai 2005. die mit der Modernisierung des Staates zu einer Überalterung der chinesischen Bevölkerung führen wird.

Für deutsche Investoren stellen die Rechtsunsicherheit, Korruption, Amtsmissbrauch und Nichtachtung von Patenrechten die größten Hindernisse dar.

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas vergrößert sich zunehmend die politische Macht und der Einfluss Chinas in Asien. Aufgrund der hohen Währungsreserven kann China die Entwicklung der Devisen- und Kapitalmärkte in immer stärkeren Maße beeinflussen und in starkem Maße Vermögensgegenstände, wie Unternehmen, im Ausland erwerben. Der Sitz Chinas im UN-Sicherheitsrat verleiht ihm international politische Macht. Die Olympischen Spiele werden die kulturelle Attraktivität Chinas weiter erhöhen. Das expansive Wirtschaftswachstum wird angesichts der ungleichen Einkommensverteilung zu riesigen Einkommens- und Vermögenskonzentrationen in wenigen Händen führen.

Sollte es China gelingen, militärisch mit den USA aufzuschließen, erfüllt es über sämtlich militärischen, wirtschaftliche, institutionelle und kulturelle Voraussetzungen einer regionalen, aber auch globalen Führungsmacht, was seine weltwirtschaftliche Bedeutung weiter erhöhen wird. Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Indien mit teilweise günstigeren Rahmenfaktoren - demokratischns politischem System, niedrigeren Lohnkosten, höherem Bildungsniveau, 1,1 Mrd. Menschen großer Binnemarkt bei expansiver Bevölkerungsentwicklung - zunehmend als wirtschaftlicher Konkurrent Chinas in Erscheinung treten wird.

Hermann Schubert 2005-08-12

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