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Die Bedeutung Chinas für die deutsche Wirtschaft
In 2004 beträgt das Bruttoinlandsprodukt von China ca. 1,65 Billionen USD und ist um 9,5 % angestiegen. In den letzten zehn Jahren erzielte China ununterbrochen Wachstumsraten von höher als 7 %. Zu Kaufkraftparitäten gerechnet, d.h. unter Berücksichtigung der Unterbewertung der chinesischen Währung, die Meinungen zufolge bis zu 40 % betragen soll, erreichte das Land in 2004 einen Anteil in Höhe von 13 % am gesamten Weltoutput und ist zu 25 % für den weltweiten Produktionsanstieg in Höhe von 5 % verantwortlich. Das BIP pro Einwohner beträgt ca. 1.300 USD pro Jahr und lediglich ein Viertel des ärmsten EU-Landes Lettlands. Hinsichtlich der Diskussion um das unvermindert starke Wirtschaftswachstum Chinas sollte berücksichtigt werden, dass dieses vom Wachstum im industriellen Sektor dominiert wird, dass maßgeblich von ausländischem Kapital und Know-how abhängig ist. Während der Dienstleistungssektor in den USA
ca. 75 % des gesamten Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet, beträgt dieser Sektor in China 32 % des BIP. Noch knapp 15 % des BIP werden in China in der Landwirtschaft erwirtschaftet, welche die Hälfte der gesamten Erwerbstätigen beschäftigt und damit den noch immer niedrigen Entwicklungsstand der Wirtschaftsstruktur dokumentiert.
Die derzeit hohen Wachstumsraten können ohne maßgeblichen Strukturwandel der Volkswirtschaft, d.h. dem Ausbau des Dienstleistungssektors nicht unendlich aufrecht erhalten werden. Berechnungen zufolge, welche die Frage zum Gegenstand haben, wann China bei gleichbleibendem Wirtschaftswachstum die Leistungsfähigkeit der USA überholt haben wird, berücksichtigen diesen wichtigen Aspekt der Wirtschaftsentwicklung häufig nur unzureichend. Die Aussagen derartiger Modellrechungen sind deshalb umstritten, da sie diesen Aspekt sowie eventuell entstehende Überkapazitäten in der Industrie und die Knappheit an Rohstoffen nur ungenügend in ihr Kalkül aufnehmen.
Hermann Schubert 2005-08-12
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