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AblaufIn der ehemaligen Tschechoslowakei entschloss sich die Regierung zu einer breiten und schnellen Privatisierung über ein Kuponsystem. Jeder Bürger über 18 Jahre erhielt für 1035 Kronen ein Couponheft mit 1000 "Punkten", mit denen er an später an der Prager Börse stattfindenden Versteigerungen mitbieten durfte16. Häufig betätigten sich die Bürger allerdings - mangels Fachkenntnis und Interesse - nicht selbst an dieser "Privatisierungsbörse", sondern traten ihre Coupon-Rechte an einen von über vierhundert privaten Investmentfonds ab, die teilweise die Interessenten mit unhaltbaren Versprechungen lockten, was in Tschechien zu einer starken Konzentration der Kupons in den Händen der Fonds führte. Der Großteil der Investmentfonds wurde jedoch von staatlichen Banken kontrolliert. Insgesamt wurden bis Ende 1992 in fünf Privatisierungswellen der "ersten Phase" Aktien im Nennwert von etwa 10 Mrd. US$ auf über 8,5 Millionen Bürger verteilt. Nach der zweiten Privatisierungswelle 1995, in deren Verlauf weitere 861 Staatsbetriebe an die Börse gebracht wurden, hielten die Fondsgesellschaften etwa 65 Prozent der Anteile der privatisierten Unternehmen, wobei die zehn größten Fonds 51 Prozent aller Aktien hielten. Dementsprechend dominieren den tschechischen Aktienmarkt die aus der Privatisierungspolitik hervorgegangenen Investmentfonds, deren Anteil am handelbaren Aktienkapital bei etwa 60 bis 70 Prozent liegt17. Die nicht über die Kuponmethode privatisierten Unternehmen werden derzeit vom Nationalen Eigentums Fond (NPF) verwaltet, der diese in Ausschreibungen oder gegen Gebote an strategische Investoren veräußert. |
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