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Probleme

Die Massenprivatisierung zeitigt zahlreiche Probleme. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Regierung das Volk an einer schnellen Privatisierung hat teilnehmen und auch profitieren lassen. Die Massenprivatisierung hat zu einer zügigen Verteilung des Staatsvermögens in private Hände geführt.

Normalerweise erwartet man von einem strategischen Investor, der sich an der Privatisierung nach vom bulgarischen Beispiel beteiligt, zahlreiche besondere Maßnahmen. Ein westlicher strategischer Investor kommt oft aus der selben Branche wie das zu privatisierende Unternehmen. Der Investor hat Branchenkenntnisse im westlichen Markt. Zugleich kann das vorhandene Mitarbeiterwissen vollständig weiter genutzt werden, so dass es nur zu einem "Mehr" an Kenntnissen kommen kann. Das bedeutet folgende zusätzliche Vorteile für das Unternehmen:

  • Der Investor hat ein bereits bestehendes Vertriebsnetz und zahlreiche Kunden, die die im Investitionsobjekt hergestellten Produkte abnehmen können. Er kennt die Anforderungen an exportfähige Produkte. Zugleich können die bislang vorhandenen Kundenstrukturen in mittel- und Osteuropa beibehalten werden.
  • Der Investor kann aufgrund langjähriger Beziehungen zu seinen Lieferanten Sonderkonditionen für den Kauf von Maschinen, Rohstoffen etc. aushandeln.
  • Der Investor bringt Patente und Marken in das Unternehmen ein.
  • Der Investor hat auf dem aktuellen Stand der Technik ausgebildetes Personal, wovon er in aller Regel mehrere Mitarbeiter zumindest für einige Zeit in das Unternehmen entsendet (zumeist wird auch der Leiter der Finanzen vom Investor entsandt).
  • Der Investor kann aufgrund seiner Finanzkraft eher Fremdkapital für die Modernisierung und Umstrukturierung des Betriebes besorgen. Im übrigen führt allein die Tatsache, dass sich ein Unternehmen mit hohen Summen an einer Investition beteiligt, dazu, dass das Privatisierungsobjekt bei Banken kreditfähiger wird.
  • Der Investor kann auch aus eigener Kraft notwendige Investitionen in den Unternehmen vornehmen.

Die Kupon-Privatisierung hat wenig zur Restrukturierung der privatisierten Unternehmen beigetragen:

  • Die Vielzahl anonymer Eigentümer kann keinen Druck auf das Management ausüben. Die Investmentfonds sind ebenfalls keine Branchekenner, somit auf Kenntnisse im Unternehmen selber und/oder auf externe Berater angewiesen.
  • Aktionäre wie Aktienfonds sind in aller Regel nicht geneigt und oftmals finanziell nicht in der Lage, notwendige Investitionen zu finanzieren.
  • Die Kreditfähigkeit des Unternehmens steigt nicht.
  • Die Aktionäre haben keinerlei technisches Know How, keinen besonderen Zugang zu westlichen Märkten, Marken, Patente etc., die geeignet wären, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.

Dementsprechend wird der Austausch von strategischen Anteilen mit einem zentralen Investor in Tschechien als eine "dritte Welle der Privatisierung" bezeichnet. Dabei ist der Direkthandel zwischen dem Investmentfonds und den Investoren dominierend. Es kommt zu Preisbildungen, bei denen der Unternehmenswert sekundär ist und das Interesse der Investoren weit mehr strategischer Natur ist. Preise für größere Aktienblöcke, die zu einer Einflussnahme in das Firmenmanagement führen, enthalten daher regelmäßig eine umfangreiche Prämie gegenüber dem Marktpreis. Erst nach dieser Stufe - der strategischen Beteiligung - kommen die Unternehmen in den Genuss der Vorteile, die ein westlicher Investor zu bieten hat.


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