NewsletterAktuellesDatenbankBuchauswahlForumSuchen
Überblick
Geographie
Geschichte
EU-Beitritt
Komissionsbericht (2002)
Botschaften
Einreise
Bücher
Links
Sicherheitshinweise
Recht:
Aktienrecht
Minderheitsaktionäre
Arbeitsrecht
Investitionsgesetz (2007)
Investitionsgesetz (alt)
Privatisierung
Handelsrecht
Buchhaltung
Mehrwertsteuer
Wirtschaft:
Business Guide 04/2002
Business Guide 2006
Statistische Daten
Handelsstatistik
Wirtschaft 1997
Institutionen
Kontakte
Investment Guide EBRD
Doppelbesteuerung:
DBA Deutschland
DBA Schweiz
english
EU Accession
EU Accession Report 2002
Trade Statistics
Business Guide 04/2002
Commerce Law
Investment Guide EBRD
Accountancy Law
Foreign Investment Law
Value Added Tax
Links
Investment Agency
Contacts

Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Bulgariens

2.2. Wirtschaftliche Entwicklung seit 1997

Nach der Wirtschaftskrise von 1996/97 mit einem negatíven realen BIP-Wachstum hat die Currency-Board-Regelung vom Juli 1997 zur Unterstützung der Stabilisierung der Wirtschaft und zur Erreichung eines realen BIP-Wachstums von durchschnittlich knapp 4% seit 1998 beigetragen. Seither ist die durchschnittliche Inflationsrate von über 1.000% im Jahr 1997 auf 9,8% gesunken. Die Finanzdisziplin hielt das Defizit in all den Jahren unter 1% des BIP, so dass die öffentliche Verschuldung allmählich zurückgeführt wurde. Ein langsam steigender Anteil der privaten Investitionen am BIP und umfangreiche Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen zeugen von einem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld. Auch leisteten die ausländischen Direktinvestitionen einen entscheidenden Beitrag zur geordneten Finanzierung der hohen Leistungsbilanzdefizite. Infolge der Strukturreformen, aber manchmal auch ihrer späten Umsetzung, ist die Arbeitslosigkeit jedoch bis 2001 weiter gestiegen und geht seither langsam zurück.
Wichtige Wirtschaftstrends
Bulgarien 1997 1998 1999 2000 2001 Durchschnitt 2002 (letzter Stand)
Reales BIP-Wachstum in % -5.6 4.0 2.3 5.4 4.0 2.0 3.2 Q1
Inflationsrate
- Jahresdurchschnitt in % : 18.7 2.6 10.3 7.4 9.8 6.4 July1
- Dezember/Dezember in % : 1.6 7.0 11.3 4.8 6.2 5.5 July
Arbeitslosenquote, Definition der Arbeitskräfteerhebung in % 13.7 12.2 14.1 16.3 19.9 15.2 17.6 Q2
Gesamtstaatlicher Haushaltssaldo in % des BIP -0.3 1.3 0.2 -0.6 1.7v 0.5v
Leistungsbilanzsaldo in % des BIP 10.0 -0.5 -5.3 -5.5 -6.0 -1.5
In Mio ECU/EUR 923 -55 -642 -760 -940 (c) -290 -424 Jan.-June2
Bruttoauslandsverschuldung der Volkswirtschaft, Relation Schulden/Ausfuhren in % der Ausfuhr v. Waren u. Dienstleistungen 165.9 165.0 183.8 132.0 : :
Mio ECU/EUR 9,211 8,1723 9,451 10,083 : :
Zufluss ausländischer Direktinvestitionen, Zahlungsbilanzdaten in % des BIP 4.8 4.2 6.2 7.9 5.1 5.6
in Mio ECU/EUR 445.1 479.3 756.3 1,084.3 775 (c) 708 256 Jan.-June4
Quellen: Eurostat, bulgarische Quellen, OECD-Statistiken über die Auslandsverschuldung.
1 Gleitender 12-Monats-Durchschnitt der prozentualen Veränderungen.
2 Quelle: Website der Nationalbank.
3 Zeitreihenbruch infolge gewisser Definitionsänderungen.
4 Quelle: Website der Nationalbank.

Bei der wirtschaftliche Umstrukturierung und Privatisierung sind beträchtliche Fortschritte erzielt worden. Es wurden Unternehmen im Gegenwert der Hälfte des gesamten Staatsvermögens veräußert. Im April 2002 wurden neue Privatisierungsverfahren eingeführt, um klarere Regeln und größere Transparenz für die verbleibenden rund 2.000 Unternehmen zu schaffen, an denen der Staat eine Mehrheitsbeteiligung hält. Mit deutlichen Preiserhöhungen und der Privatisierung von Versorgungsbetrieben wurde im Jahr 2002 eine Strategie zur Liberalisierung des Stromsektors eingeleitet. In Bulgarien haben sich die Bedingungen für Unternehmen verbessert, auch wenn noch erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um die öffentliche Verwaltung und das Rechtssystem effizienter zu gestalten und in puncto Korruption, Bürokratie, Steuer- und Zollverfahren sowie Konkursregeln zu verbessern. Der Bankensektor, der weitgehend in ausländischer Hand ist, ist durch Kreditwachstum und steigende Spareinlagen gekennzeichnet, und es steht nur noch eine große staatliche Bank zur Privatisierung an. Der Kapitalmarkt ist noch unterentwickelt.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen (in Kaufkraftstandards) ist mit nur 28% des EU-Durchschnitts niedrig. Doch hat Bulgarien bei der Annäherung an das Einkommensniveau der EU gute Fortschritte gemacht. Die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter sank von 54,5% im Jahr 1997 auf 50,7% im Jahr 2001. Die Arbeitslosenquote stieg von 13,7% auf 19,9% der Erwerbsbevölkerung. Über 60% der Erwerbslosen sind Langzeitarbeitslose. Bei Männern ist die Arbeitslosenquote geringfügig stärker gestiegen als bei Frauen, und fast 40% der unter 25jährigen sind arbeitslos. Das regionale Einkommensgefälle ist gering und reicht von 23% bis 28% des EU-Durchschnitts, außer im Südwesten des Landes, einschließlich Sofia, wo es 36,5% beträgt (Daten für statistische Regionen der Ebene 2 (1999)). Bei der Arbeitslosigkeit ist das regionale Gefälle stärker ausgeprägt. Während die Arbeitslosenquote im Südwesten 9,7% betrug, belief sie sich in allen anderen Regionen auf über 20% und erreichte im Nordwesten 32,8% (Daten für statistische Regionen der Ebene 2 (2001)).

Wichtige Strukturindikatoren der Wirtschaft 2001
Bevölkerung (Durchschnitt) in Tsd. 7,915
BIP (pro Kopf)1 KKS 6,500
in % des EU-Durchschnitts 28
Anteil der Landwirtschaft2 an der:
- Bruttowertschöpfung in % 13.83
- Beschäftigung in % 26.74
- Bruttoanlageinvestitionen/BIP in % 17.8
Bruttoauslandsverschuldung der Volkswirtschaft/BIP5 in % 77.4
Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen/BIP in % 55.7
Bestand an ausländischen in Mio EUR 2,1516
Direktinvestitionen in EUR pro Kopf7 272
Langzeitarbeitslosenquote in % der Erwerbsbevölkerung 12.6
1 Man beachte, dass Bulgarien seine nationale Währung im Juli 1999 umbasiert hat (Division durch 1000). Die Währung heißt nun Neuer Bulgarischer Lew.
2 Landwirtschaft, Jagd, Forsten und Fischerei.
3 Daten von 2000.
4 Daten von 2000.
5 Daten von 2000.
6 Daten von 1999.
7 Den Berechnungen wurden die Bevölkerungszahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zugrunde gelegt, die sich von denen der Bevölkerungsstatistik unterscheiden können.

© Europäische Kommission -- 2003-03-29

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Kontakt | Mediadaten | English Version