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Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Bulgariens
Nach der Wirtschaftskrise von 1996/97 mit einem negatíven realen
BIP-Wachstum hat die Currency-Board-Regelung vom Juli 1997 zur Unterstützung der Stabilisierung
der Wirtschaft und zur Erreichung eines realen BIP-Wachstums von durchschnittlich knapp 4% seit
1998 beigetragen. Seither ist die durchschnittliche Inflationsrate von über 1.000% im Jahr 1997
auf 9,8% gesunken. Die Finanzdisziplin hielt das Defizit in all den Jahren unter 1% des BIP, so
dass die öffentliche Verschuldung allmählich zurückgeführt wurde. Ein langsam steigender Anteil
der privaten Investitionen am BIP und umfangreiche Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen
zeugen von einem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld. Auch leisteten die ausländischen
Direktinvestitionen einen entscheidenden Beitrag zur geordneten Finanzierung der hohen
Leistungsbilanzdefizite. Infolge der Strukturreformen, aber manchmal auch ihrer späten Umsetzung,
ist die Arbeitslosigkeit jedoch bis 2001 weiter gestiegen und geht seither langsam zurück.
| Wichtige
Wirtschaftstrends |
| Bulgarien |
|
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
Durchschnitt |
2002 (letzter
Stand) |
| Reales
BIP-Wachstum |
in % |
-5.6 |
4.0 |
2.3 |
5.4 |
4.0 |
2.0 |
3.2 Q1 |
|
Inflationsrate |
|
|
|
|
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| -
Jahresdurchschnitt |
in % |
: |
18.7 |
2.6 |
10.3 |
7.4 |
9.8 |
6.4
July1 |
| -
Dezember/Dezember |
in % |
: |
1.6 |
7.0 |
11.3 |
4.8 |
6.2 |
5.5 July |
| Arbeitslosenquote,
Definition der Arbeitskräfteerhebung |
in % |
13.7 |
12.2 |
14.1 |
16.3 |
19.9 |
15.2 |
17.6 Q2 |
| Gesamtstaatlicher
Haushaltssaldo |
in % des
BIP |
-0.3 |
1.3 |
0.2 |
-0.6 |
1.7v |
0.5v |
|
|
Leistungsbilanzsaldo |
in % des
BIP |
10.0 |
-0.5 |
-5.3 |
-5.5 |
-6.0 |
-1.5 |
|
|
In Mio
ECU/EUR |
923 |
-55 |
-642 |
-760 |
-940 (c) |
-290 |
-424
Jan.-June2 |
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Bruttoauslandsverschuldung der Volkswirtschaft, Relation
Schulden/Ausfuhren |
in % der Ausfuhr v.
Waren u. Dienstleistungen |
165.9 |
165.0 |
183.8 |
132.0 |
: |
: |
|
|
Mio
ECU/EUR |
9,211 |
8,1723 |
9,451 |
10,083 |
: |
: |
|
| Zufluss ausländischer
Direktinvestitionen, Zahlungsbilanzdaten |
in % des
BIP |
4.8 |
4.2 |
6.2 |
7.9 |
5.1 |
5.6 |
|
|
in Mio
ECU/EUR |
445.1 |
479.3 |
756.3 |
1,084.3 |
775 (c) |
708 |
256
Jan.-June4 |
| Quellen: Eurostat,
bulgarische Quellen, OECD-Statistiken über die
Auslandsverschuldung. |
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-
Gleitender 12-Monats-Durchschnitt der prozentualen Veränderungen.
-
Quelle: Website der Nationalbank.
-
Zeitreihenbruch infolge gewisser Definitionsänderungen.
-
Quelle: Website der Nationalbank.
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Bei der wirtschaftliche Umstrukturierung und Privatisierung sind beträchtliche Fortschritte
erzielt worden. Es wurden Unternehmen im Gegenwert der Hälfte des gesamten Staatsvermögens
veräußert. Im April 2002 wurden neue Privatisierungsverfahren eingeführt, um klarere Regeln und
größere Transparenz für die verbleibenden rund 2.000 Unternehmen zu schaffen, an denen der Staat
eine Mehrheitsbeteiligung hält. Mit deutlichen Preiserhöhungen und der Privatisierung von
Versorgungsbetrieben wurde im Jahr 2002 eine Strategie zur Liberalisierung des Stromsektors
eingeleitet. In Bulgarien haben sich die Bedingungen für Unternehmen verbessert, auch wenn noch
erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um die öffentliche Verwaltung und das Rechtssystem
effizienter zu gestalten und in puncto Korruption, Bürokratie, Steuer- und Zollverfahren sowie
Konkursregeln zu verbessern. Der Bankensektor, der weitgehend in ausländischer Hand ist, ist
durch Kreditwachstum und steigende Spareinlagen gekennzeichnet, und es steht nur noch eine große
staatliche Bank zur Privatisierung an. Der Kapitalmarkt ist noch unterentwickelt.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen (in Kaufkraftstandards) ist mit nur 28% des
EU-Durchschnitts niedrig. Doch hat Bulgarien bei der Annäherung an das Einkommensniveau der EU
gute Fortschritte gemacht. Die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter sank
von 54,5% im Jahr 1997 auf 50,7% im Jahr 2001. Die Arbeitslosenquote stieg von 13,7% auf 19,9%
der Erwerbsbevölkerung. Über 60% der Erwerbslosen sind Langzeitarbeitslose. Bei Männern ist die
Arbeitslosenquote geringfügig stärker gestiegen als bei Frauen, und fast 40% der unter 25jährigen
sind arbeitslos. Das regionale Einkommensgefälle ist gering und reicht von 23% bis 28% des
EU-Durchschnitts, außer im Südwesten des Landes, einschließlich Sofia, wo es 36,5% beträgt (Daten
für statistische Regionen der Ebene 2 (1999)). Bei der Arbeitslosigkeit ist das regionale Gefälle
stärker ausgeprägt. Während die Arbeitslosenquote im Südwesten 9,7% betrug, belief sie sich in
allen anderen Regionen auf über 20% und erreichte im Nordwesten 32,8% (Daten für statistische
Regionen der Ebene 2 (2001)).
| Wichtige
Strukturindikatoren der Wirtschaft 2001 |
| Bevölkerung
(Durchschnitt) |
in Tsd. |
7,915 |
| BIP (pro
Kopf)1 |
KKS |
6,500 |
|
in % des EU-Durchschnitts |
28 |
| Anteil der
Landwirtschaft2 an der: |
|
|
| -
Bruttowertschöpfung |
in % |
13.83 |
| -
Beschäftigung |
in % |
26.74 |
| -
Bruttoanlageinvestitionen/BIP |
in % |
17.8 |
|
Bruttoauslandsverschuldung der
Volkswirtschaft/BIP5 |
in % |
77.4 |
| Ausfuhr von Waren und
Dienstleistungen/BIP |
in % |
55.7 |
| Bestand an
ausländischen |
in Mio EUR |
2,1516 |
|
Direktinvestitionen |
in EUR pro Kopf7 |
272 |
|
Langzeitarbeitslosenquote |
in % der Erwerbsbevölkerung |
12.6 |
|
- Man
beachte, dass Bulgarien seine nationale Währung im Juli 1999 umbasiert hat (Division
durch 1000). Die Währung heißt nun Neuer Bulgarischer Lew.
-
Landwirtschaft, Jagd, Forsten und Fischerei.
- Daten
von 2000.
-
Daten von 2000.
-
Daten von 2000.
-
Daten von 1999.
- Den
Berechnungen wurden die Bevölkerungszahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
zugrunde gelegt, die sich von denen der Bevölkerungsstatistik unterscheiden
können.
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© Europäische Kommission -- 2003-03-29
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