Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Bulgariens
Bulgarien ist eine funktionierende Marktwirtschaft. Das Land dürfte in der Lage sein, dem
Wettbewerbsdruck und den Marktkräften in der Union mittelfristig standzuhalten, sofern es mit der
Durchführung seines Reformprogramms fortfährt, um noch bestehende Schwierigkeiten zu
beseitigen.
Bulgarien hat einen hohen Grad gesamtwirtschaftlicher Stabilität erreicht, und die
Marktmechanismen funktionieren gut genug, um eine bessere Ressourcenallokation zu ermöglichen.
Die Strukturreformen haben gute Fortschritte gemacht, vor allem in Bezug auf die
Markteintrittsverfahren, die Umstrukturierung des Finanzsektors und die Privatisierung, und die
mikroökonomischen Grundlagen für ein dauerhaftes Wachstum sind gelegt.
Weitere Anstrengungen sind jedoch nötig, um die Flexibilität der Märkte zu erhöhen. Vor allem
die Effizienz des Verwaltungs- und Justizsystems muss gesteigert werden, damit die
Wirtschaftsbeteiligten in einem Klima von Stabilität und Berechenbarkeit ihre Entscheidungen
treffen können. Die den Unternehmenssektor betreffenden Verwaltungsverfahren, einschließlich
Insolvenzverfahren, müssen gestrafft werden. Das Niveau der Finanzintermediation ist nach wie vor
gering. Spezifische Schwächen des Grundstücksmarkts beeinträchtigen dessen Leistungsfähigkeit
ebenso wie die Leistungsfähigkeit verbundener Sektoren. Eine Durchführung solcher Reformen dürfte
zu einer verstärkten privaten und öffentlichen Investitionstätigkeit beitragen, die eine wichtige
Voraussetzung für dauerhaftes Wachstum und ausreichende Wettbewerbsfähigkeit ist.
© Europäische Kommission -- 2003-03-29
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