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Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Bulgariens

Kapitel 12: Statistik

Fortschritte seit dem letzten Regelmäßigen Bericht

In diesem Bereich erzielte Bulgarien im vergangenen Jahr weitere Fortschritte.

Die statistische Infrastruktur blieb in dieser Zeit unverändert.

Auch in Bezug auf die Klassifikationen haben sich seit dem Vorjahresbericht keine wesentlichen Änderungen ergeben.

Im Bereich der Bevölkerungs- und Sozialstatistik sind seit dem letzen Regelmäßigen Bericht weitere Fortschritte zu verzeichnen, und die Anforderungen werden weitgehend erfüllt. Die Ergebnisse der Volkszählung vom März 2001 wurden zugänglich gemacht und werden jetzt für Bevölkerungsschätzungen und Migrationsstatistiken verwendet. Die meisten anderen Erhebungen in diesem Bereich werden jetzt durchgeführt, und die Übermittlung der Daten erfolgt wie vorgeschrieben.

Was die Verfügbarkeit von Regionalstatistiken angeht, so wurde die Anzahl der Indikatoren auf den Ebenen II und III der Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik (NUTS II und NUTS III-Ebene) erhöht.

In Bezug auf die makroökonomische Statistik ist festzustellen, dass die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung vollständiger ist und zeitnäher erstellt wird. In enger Zusammenarbeit mit der bulgarischen Zentralbank und dem Finanzministerium wurde mit dem Aufbau eines Finanzierungskontos begonnen. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex entspricht nun weitgehend den EG-Normen.

Im Bereich Unternehmensstatistik entsprechen die strukturellen Unternehmensstatistiken sowie die Dienstleistungs- und Fremdenverkehrsstatistiken weitgehend den Anforderungen. Es wurden erste Schritte unternommen, um die Konjunkturstatistiken für die Sektoren Industrie und Bau vollständig den Anforderungen anzupassen. Im vergangenen Jahr wurde auch weiter an der Verbesserung des Unternehmensregisters gearbeitet.

Viele Bereiche der Verkehrsstatistik, z. B. die Statistiken über Güterkraftverkehr, Luftverkehr und Seeverkehr, entsprechen inzwischen dem gemeinschaftlichen Besitzstand.

Was den Außenhandel angeht, so arbeiten die Zollagentur und das Statistische Amt gemeinsam an einer qualitativen Verbesserung der Primärdaten und entwickeln zu diesem Zweck zusätzliche Vorgaben für Datenkontrollen und -prüfungen. Das Statistische Amt vergleicht überdies die Daten über die Handelsströme mit anderen Ländern und hat mit den Vorbereitungen für INTRASTAT, das System zur Messung des innergemeinschaftlichen Handels, begonnen.

Im Bereich der Agrarstatistik machte Bulgarien im vergangenen Jahr Fortschritte bei der Erprobung von Methoden und Fragebogen für die Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe, die Typologie der landwirtschaftlichen Betriebe sowie die Zählungen des Viehbestands, der Schlachthöfe und der Milch verarbeitenden Betriebe. Der Ausbau der Verwaltungsinfrastruktur kam gut voran, und die bereits gute Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium wurde noch weiter verbessert.

Gesamtbewertung

Bulgariens statistische Infrastruktur, die Rechtsgrundlagen der Statistik und die Organisationsstruktur des Statistischen Amts entsprechen jetzt den Aufgaben in diesem Bereich. Das Statistische Amt hat sein System der langfristigen und jährlichen Planung im Rahmen der Umsetzung der Strategie zur Entwicklung des statistischen Systems für die Jahre 2000 bis 2006 verbessert.

Die hohe Fluktuation beim qualifizierten Personal hat in den letzten Jahren die Fortschritte beim Ausbau der Verwaltungskapazität gebremst. Um qualifizierte Mitarbeiter zu halten, sollte deshalb besonderes Gewicht auf die Personalentwicklung und die Ausbildung in der Statistikverwaltung gelegt werden, und zwar vor allem auf die Ausbildung des Personals in den regionalen Ämtern und auf die Entwicklung eines Laufbahnsystems.

Das Statistische Amt ist nach wie vor für einige Verwaltungsaufgaben zuständig, die normalerweise nicht in den Aufgabenbereich eines solchen Amtes fallen. Wenn das Statistische Amt von diesen Aufgaben (z.B. Führung von Verwaltungsregistern) endgültig entbunden wird, werden zusätzliche Haushaltsmittel nötig sein, um den Einnahmenausfall zu kompensieren.

Besondere Anstrengungen sind notwendig, um die Regionalstatistiken, die Qualität und den Deckungsgrad der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die Konjunkturstatistiken sowie Qualität und Deckungsgrad des Unternehmensregisters zu verbessern. Außerdem muss auf der Grundlage der Daten der Volkszählung ein Register der landwirtschaftlichen Betriebe angelegt werden. Für 2003 ist eine Landwirtschaftszählung geplant, deren Ergebnisse dazu beitragen dürften, die Qualität der Agrarstatistiken zu verbessern. INTRASTAT ist ein weiterer Bereich, der weiterentwickelt werden muss.

Der Ausbau der IT-Kapazitäten bleibt eine Priorität. Trotz einiger Investitionen sind noch weitere Ausbildungsmaßnahmen und Investitionen nötig, um sicherzustellen, dass die vorhandene Ausrüstung und Software effizient genutzt werden. Dies gilt vor allem für das Personal der regionalen Ämter.

Schlussfolgerung

Die Kommission kam in ihrer Stellungnahme von 1997 zu dem Ergebnis, dass Bulgarien beträchtliche Anstrengungen unternehmen müsse, um den in der EU geltenden Anforderungen an amtliche Statistiken mittelfristig gerecht zu werden.

Seit der Stellungnahme hat Bulgarien gute Fortschritte erzielt, vor allem bei der Entwicklung eines Planungssystems und einer Ausbildungsstrategie. Außerdem wurde eine Volkszählung durchgeführt und mit der Schaffung der notwendigen Verwaltungskapazität begonnen.

Die Verhandlungen über dieses Kapitel wurden vorläufig abgeschlossen. Bulgarien hat für diesen Bereich keine Übergangsregelungen beantragt. Bulgarien erfüllt im Allgemeinen die Verpflichtungen, die es in diesem Bereich in den Beitrittsverhandlungen eingegangen ist.

Bulgarien sollte seine künftigen Bemühungen darauf konzentrieren, die Verwaltungskapazität zu stärken, die Methoden zu modernisieren und Qualität und Vollständigkeit der Daten im Allgemeinen zu verbessern.

© Europäische Kommission -- 2003-03-29

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