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Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Bulgariens
Die Bewerberländer müssen die
verschiedenen Rechtstexte, die den gemeinschaftlichen Besitzstand bilden, bis zum Beitritt in die
Landessprache übersetzt haben. Allein die Rechtsakte des Primär- und Sekundärrechts haben einen
geschätzten Umfang von 60 000 bis 70 000 Amtsblattseiten. Im Zusammenhang mit der Übersetzung des
Besitzstands hat der Gerichtshof festgelegt, welche wichtigen Urteile vorrangig zu übersetzen
sind (rund 15 000 Seiten). Die Beitrittskandidaten werden bei dieser Aufgabe im Rahmen von PHARE
unterstützt. Mit Hilfe von TAIEX wurde eigens eine Datenbank eingerichtet, die der Erfassung
aller von den Beitrittskandidaten übersetzten Rechtsakte und der Weiterleitung der Übersetzungen
an Kommission und Rat dient. Die Sprachjuristen der Kommission und des Rates, die die
übermittelten Texte überprüfen, halten regelmäßig Sitzungen ab und stehen in Kontakt zu den
Vertretern der zentralen Koordinierungsstellen für Übersetzungen in den einzelnen Ländern.
Im März 2002 bezog das (im Mai 2001 geschaffene) bulgarische Übersetzungs- und
Revisionszentrum bessere Räumlichkeiten mit angemessener Ausrüstung. Das Zentrum ist eine
unabhängige Behörde mit eigenem Budget, die dem Minister für öffentliche Verwaltung untersteht.
Nach Auswahlverfahren wurde neues Personal rekrutiert, und das Zentrum beschäftigt jetzt 12
Personen. In dem Zentrum werden die Übersetzungen von dreißig externen freiberuflichen
Übersetzern, die ebenfalls im Wege von Auswahlverfahren ausgewählt wurden, einer sprachlichen und
juristischen Revision unterzogen. Die Prioritäten für die Übersetzung der Rechtsvorschriften
werden von der Direktion für Europäische Integration im Ministerrat festgelegt und richten sich
nach dem Bedarf, den die Leiter der Arbeitsgruppen zu den einzelnen Kapiteln des Besitzstands
ermitteln. Im Jahr 2005 soll der gesamte gemeinschaftliche Besitzstand in Bulgarisch
vorliegen.
Wie bereits im letzten Jahr berichtet, sind die Grundlagenverträge bereits übersetzt. Bis
September 2002 wurden insgesamt 15 000 Seiten revidierter Text und 11 000 Seiten unrevidierter
Text in der dafür eingerichteten Datenbank erfasst. Nach bulgarischen Angaben wurden seit dem
letzten Regelmäßigen Bericht rund 4700 Seiten revidierter Text geliefert, was zeigt, dass sich
die Arbeit erheblich beschleunigt hat, seit das Zentrum seine Tätigkeit aufgenommen hat. Die
Bemühungen in diesem Bereich müssen fortgesetzt werden, wenn die gesetzten Ziele erreicht werden
sollen.
Auch der Ausbildung von Konferenzdolmetschern ist gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Im
Herbst 2001 wurde in der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Sofia eine Dolmetscherschule
geschaffen.
© Europäische Kommission -- 2003-03-29
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