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Anders als man angesichts aktuellen Debatte vermuten kann, beschäftigt sich die Arbeit nicht mit der Auseinandersetzung um das Urheberrecht. Der Autor geht einer anderen, bislang in der Wissenschaft nicht untersuchten Frage auf den Grund: Wieso hatte die deutsche Nation 1836 sich den Titel »Volk der Dichter und Denker« erringen können, obwohl es kein Urheberrecht gab? Die heute in der ökonomischen Theorie ganz herrschende Meinung besagt, dass dies aufgrund ökonomischer Sachzwänge unmöglich war.
Die Argumentationskette: Ohne Urheberrecht kein Autorenhonorar und ohne Autorenhonorar weniger neue Bücher, galt auch im 18. Jahrhundert. Sie war -- wie der Autor in Band 1 darlegt -- entscheidend für den Erlass des britischen Statute of Anne (1710), das US-amerikanische Copyright (1792) und wurde in Deutschland spätestens ab 1774 ausführlich diskutiert.
Bei der Untersuchung des deutschen Buchhandels ohne Urheberrecht kommt die Arbeit zu überraschenden empirischen Erkenntnissen. Im Ergebnis kann man -- jedenfalls für den untersuchten Zeitraum -- dem Urheberrecht nahezu ausschließlich nachteilige Wirkungen zuschreiben. Es stimmt zwar, dass vor allem in Deutschland viele Autoren Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wegen des Honorars Bücher verfassten, jedoch wurden sie ohne Urheberrecht besser bezahlt als nach Einführung des Schutzrechts.
Um den Buchmarkt zu analysieren, geht der Autor in die Tiefe und stellt zusammenfassend die Ergebnisse dar:
- Was kostete die Herstellung eines Buchs?
- Welches waren die wesentlichen Kostenfaktoren? -- In Deutschland in der Nachdruckzeit stand erstaunlicherweise das Autorenhonorar oft an erster Stelle.
- Wie entwickelten sich die Preise mit Copyright und ohne Urheberrecht?
- Wie hoch waren die Auflagen?
- Wer konnte lesen und wer kaufte Bücher
- Was war der Gegenstand der Veröffentlichungen?
- Was änderte sich mit Einführung des Urheberrechts?
- Wieso wurden die Autoren in der Nachdruckzeit vergleichsweise gut, mit Urheberrecht eher schlecht bezahlt?
Ein Großteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Fehler sich bei den Annahmen zu den Vorteilen des Urheberrechts eingeschlichen haben und wieso das Urheberrecht kein geeignetes Mittel war, dem durchschnittlichen Autor zu helfen.
Hinweis: Beide Bände erhalten Sie zum Serienpreis von 100 Euro.
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Erratum: Bitte benutzen Sie folgendes Stichwortverzeichnis:
Index Bd. 2
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