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Beurteilung des Projekts im RückblickDie Ausführung der Sanierungsarbeiten in Kooperation mit den Zigeunerfamilien stellte sicher, dass die Spenden ihren beabsichtigten Zweck erfüllten. Zudem bot die besondere Situation in Rosia ein soziales Lernfeld für die Schüler. Früher lebten im Oberdorf die im Mittelalter eingewanderten deutschen Sachsen, im Unterdorf die Rumänen. Im Oberdorf gibt es im Gegensatz zum Unterdorf fruchtbare Böden und gut erhaltene Ziegelhäuser. Nach der Auswanderungswelle der Deutschen 1991 - nur fünf Sachsen blieben zurück -, zogen die Rumänen ins Oberdorf nach und die Roma-Familien ins Unterdorf. Das gemeinsame Arbeiten vermittelte ihnen tiefere Einblicke in die Wohn- und Lebensverhältnisse sesshafter rumänischer Roma und ermöglichte ihnen wertvolle soziale Erfahrungen in einem fremden kulturellen Umfeld, wo Korruption vorherrscht, Familienväter wegen ihrer Abhängigkeit vom Alkohol ihre Aufgabe in den Familien nicht erfüllen können. Einer der Roma sitzt für Jahre im Gefängnis, da er Blutrache ausgeübt hat. Manche Familien lebten, als wir in Rothberg waren, vom Verkauf selbstgepflügter Walderdbeeren, die sie am Straßenrand anboten. Die Konfrontation mit der vorherrschenden Armut und Lebensweise der Roma stellte große Anforderungen an die Jugendlichen, so dass die allabendliche Aufarbeitung der Erfahrungen im gemeinsamen Gespräch von wesentlicher Bedeutung war. Im Verlauf des Praktikums diskutierten die Schüler angeregt über die Lebensverhältnisse der rumänischen Roma im Vergleich zur wohlhabenden westeuropäischen Gesellschaft. Bisherige Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen wurden kritisch hinterfragt. Als Klassenbetreuerin gemeinsam mit Schülern diese vielfältigen Erfahrungen machen zu können, war ein besonderes Erlebnis. Für mich war die Situation der Zigeuner in Rosia genau so überraschend, schockierend und zugleich spannend wie für die Schüler. In uns bildeten sich ähnliche Fragen über den Sinn unserer Arbeit und die Menschen in Rosia. Ich habe die Schüler oft bewundert für ihren Einsatz und die Reife, die sie in schwierigen Situationen zeigten. Diese Wochen werden noch lange in uns nachwirken. Besonders die Erinnerungen an die Menschen, denen wir versucht haben zu helfen und die uns so viel Offenheit und Vertrauen entgegen brachten.`` Julia Berg Das Gelingen des Sozialpraktikums war neben der Offenheit und Bereitschaft der Schüler ganz wesentlich abhängig von der Betreuung durch Annette Wiecken, die seit sechs Jahren in Rumänien lebt und in Zusammenarbeit mit Leonida Pop und anderen rumänischen Kollegen die Romaschule in Rosia gegründet und weiterentwickelt hat. Die bisherigen Erfolge des Schulprojekts, das den Romakindern, die aus dem gewöhnlichen Bildungsnetz in Rumänien herausfallen, Freude am Lernen ermöglichen soll, sind in vielerlei Hinsicht ermutigend: Die Kinder, die seit zwei bis drei Jahren die Schule besuchen, können jetzt rechnen, lesen und schreiben. Eine Schülerin, die im Unterricht hospitierte, schrieb in ihrem Projektbuch: Ich habe das Gefühl, dass die Schule hier einem ganz anderen Zweck dient als in München. In München gehen wir zur Schule, um etwas zu lernen, und dann haben wir Freizeit. Hier können die Kinder oft nicht in die Schule, weil sie arbeiten müssen. Die Schule gibt ihnen eine gewisse Ordnung. Hier können sie spielen und werden liebevoll behandelt, was zuhause bei ihnen oft nicht der Fall ist. Die Lehrerinnen putzen ihnen die Nase und geben ihnen Essen. Also dient hier die Waldorfschule der seelischen Heilung. Sie ist eine Therapie für die Kinder, die ihnen Halt gibt.Die Alphabetisierung der Kinder ist die Grundvoraussetzung für bessere Zukunftsperspektiven. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Romaschulprojekts werden aktuell folgende Ziele unter Einbeziehung der Dorfbevölkerung verfolgt:
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