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Arbeiten am Nachmittag

Mittwoch war der 1.Tag, an dem wir richtig mit der Arbeit anfingen. Die Klasse wurde in 2 Hälften eingeteilt, um an 2 Baustellen gleichzeitig arbeiten zu können. Einige machten sich daran, einen Dachstuhl zu errichten. Da die wenigsten von uns eine Ahnung davon hatten wie man so ein Dach baut, wurden wir von unserem Handwerker Laslo in die Arbeit eingeführt. Als Erstes erneuerten wir einen Balken, da der alte total morsch war. Als diese Arbeit getan war, zeigte uns Laslo wie ein Giebel gebaut wird. Dafür sägten wir die neuen Balken auf einer Seite zurecht, damit man sie besser auf den Querbalken befestigen kann. Danach wurden sie oben zusammengenagelt. Eine Latte wurde provisorisch als Stütze befestigt, um den Giebel Halt zu geben.

Währenddessen begannen die anderen ein Haus abzureißen. Zuerst schlugen sie den Putz von den Wänden, da man ihn wieder verwenden konnte. Beim Abreißen kam Herr Kraus auf die Idee, einen Rammbock zu benutzen. So wurde die eine Wand in Nullkommanichts dem Erdboden gleichgemacht. Da das Haus aber nur bis zur Hälfte abgerissen wurde, musste man die anderen Wände mühevoll absägen.

Die Dachdecker waren in der Zwischenzeit mit den Giebeln fertig und nagelten schon die Querlatten daran. An ihnen wurden später die Ondulinen-Platten angebracht. Onduline ist eine gewellte Teerplatte, welche wir aufgrund des relativ günstigen Preises und der leichten Montage als Dachziegel-Ersatz verwendeten. Auf jeder Seite arbeiteten zwei Schüler, und oben auf der Spitze war einer damit beschäftigt, die Copula anzubringen - eine kleinere gewölbte Platte, die den Abschluss des Daches bildet. Dabei gab es aber ein Problem; denn wer oben war konnte nach Fertigstellung der Arbeit nicht mehr runter. Doch nach einigen affenartigen Bewegungen und mit Severins Hilfe kam ich doch wohlbehalten auf den Boden der Tatsachen zurück. Unser erstes Dach war gedeckt. Wir waren riesig stolz.

Am Abend kaufte Herr Kraus bei einem Sachsen noch 633 gebrauchte, teilweise zerbrochene Ziegelsteine, die einzeln abgezählt wurden. Den Geschäftsabschluss besiegelte er mit selbstgebranntem Pflaumenschnaps (Slivovic). Als der gut angeheiterte Herr Kraus zurück kam, erklärte er uns wie anstrengend sein Tag wieder einmal war.

Tobias Tlusty

Last modified: 2002-12-26

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