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Ausflug nach Schäßburg

14. Tag, Samstag, 08.06.2002

Durch unserem nächtlichen Ausflug waren wir am Samstagmorgen, obwohl wir länger schlafen durften, noch müde. Heute war ein Ausflug mit Frau Wieken nach Schäßburg geplant, ein anstrengender Tag, weil wir viel Zeit für die Anreise im Auto verbringen mussten. Wir frühstückten kurz eine Kleinigkeit und fuhren dann los. Auf der Fahrt passierte nichts Außergewöhnliches, außer dass wir, als wir eine kleine Pause einlegten, einen verrückten Rumänen trafen, der dachte, er sei Graf Dracula.

In Schäßburg angekommen, stürmten fast alle von uns erst mal in einen Souvenirladen, fanden aber nichts Besonderes. Von dort aus stiegen wir sehr viele Stufen zu einer Kirche hinauf, von wo aus man ganz Schäßburg überblicken konnte. Als wir in die Kirche in erwartetem Erstaunen eintraten, merkten wir schnell, dass sie ,,lutherisiert" worden war. Bei näherem Hinsehen bemerkte man wunderschöne, uralte Fresken. Die Kirchenführerin erzählte uns von der Kirche und ihrem besonderen Klang, und Herr Kraus wollte uns zu einem gemeinsamen Gesang überreden, ohne Erfolg. Danach spazierten wir ins Dorf zurück und aßen in einem modernen rumänischem Restaurant zu Mittag. Mit vollen Bäuchen stiegen wir wieder ins Auto und fuhren circa eine ¾ Std. nach Barghis, um dort eine Kirchenburg zu besichtigen.

Leider war die Burg verschlossen, da in der Kirche seit 1991 keine Gottesdienste mehr stattfinden. Während Frau Wiecken den Schlüssel holte, ruhten wir uns auf der Burgwiese aus und fühlten uns schon fast wie zuhause auf der Wernek-Wiese im Englischen Garten. Nach dem Betreten der Kirche waren wir sehr erstaunt über ihren schönen und intakten Zustand. Sie war bunter als die Kirche in Schäßburg und sehr bäuerlich eingerichtet, an den Wänden waren Schriftzüge mit Weisheiten auf Deutsch angebracht. Man erzählte uns, dass früher die Kirchenburg belagert worden war und man in der Kirche einen Brunnen und einen Geheimgang in den Wald hatte.

Anschließend gingen wir noch einmal um die Kirche und entdeckten ein langes Seil, das vom Dachboden herunter hing. Selina hängte sich mit vollem Körpergewicht daran, und auf einmal begannen die Kirchenglocken zu läuten. Einer langen Heimfahrt folgte ein gemütlicher Abend.

Ludwig Nikolaus

Last modified: 2002-12-26

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