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Die WanderungSchon am Tag davor reizte es mich, den großen, an der Spitze ganz mit Bäumen bewachsenen Hügel, den man auch von der Schule aus sehen kann, zu besteigen. Dieser freie Tag war ideal dazu geeignet, und so schlossen sich acht weitere (Zeichnung Marja) Mitschüler/innen diesem Vorhaben an. Etwa gegen 14 Uhr, als die Sonne am höchsten stand, brachen Anna, Anselm, Michael, Tobi, Eleasar, Saskia, Barbara, Olaf und ich mit etwas Proviant und Musik auf. Als wir unten im Dorf angelangten, wo wir auch unter der Woche arbeiten, schlenderten wir rechts an den verwachsenen Bahngleisen entlang, durch die hohen Gräser, die mit wunderbaren Blumen jeder Art geschmückt waren. Ich, die ganz zuletzt hinter den andren herlief, bemerkte nach einiger Zeit ein paar kleine Jungs, die uns gefolgt waren, und immer wenn ich mich umdrehte, da sie meinen Namen riefen, sich mit den Köpfen im Gras versteckten. So folgten sie uns auch weiterhin neugierig. Kurze Zeit später bogen wir links Richtung Berg ein und wateten schließlich barfuß durch einen verschmutzten fast ohne Strom fließenden Fluß. Als wir nach einer kurzen Pause anfingen, den Berg zu besteigen und neugierig versuchten, den wirren, dicht mit Gestrüpp bewachsenen Wald zu durchdringen, wollten uns die einheimischen Jungs mit Zeichensprache klarmachen, dass in diesem Teil des Waldes Wildschweine hausen, und zeigten uns einen anderen Weg, um an die Spitze des Berges zu gelangen. Davor machten wir jedoch wegen der brennenden Sonne und der wahnsinnigen Hitze erneut eine kurze Pause unter einem schattigen Baum. Unsere einheimischen Begleiter hatten sich wie schon so oft vermehrt und waren nun schon zu viert. Sie fingen Heuschrecken, zeigten uns alle Arten und trieben brutale Spielchen mit ihnen. Sie steckten zum Beispiel den Kopf einer kleinen Heuschrecke ins Maul einer großen, welche ihn daraufhin abbiss und aufaß. Da man die Jungs jedoch sowieso nicht davon abhalten oder es ihnen gar verbieten konnte, beschlossen wir einfach unsere Wanderung fortzusetzen. Wir stiegen also weiterhin den Berg hinauf und gelangten schließlich an einen kleinen schmalen Pfad, der uns durch das Dickicht führte, sodass wir uns innerhalb weniger Minuten mitten in dem verwilderten Wald befanden, umringt von Sträuchern und Brennesseln. Der kleine Pfad war für uns die einzige Orientierung. Das Dickicht schien kein Ende zu haben, und man spürte spätestens jetzt überall ein Jucken und Beißen am Körper. Zecken waren auch hier kein Fremdwort. Dann gelangten wir zu einer Lichtung: wieder einmal eine Pause, in der sich die Raucher und Nichtraucher erholen oder den Anblick des Waldes genießen konnten. Jedoch nicht lange; denn wir mussten all zu bald feststellen, dass dies anscheinend der Lieblingsplatz der Hornissen, Bienen, Wespen und Zecken war. So brachen wir auch hier schnell wieder auf, und die einheimischen Jungs zeigten uns weiterhin den Weg, der teils durch den Wald, teils durch lichte Ebenen führte. Für einen kurzen Moment stellte ich mir vor, mich in einem anderen Land zu befinden: Portugal, China oder auch Deutschland. Es hatte mit allem ein wenig Ähnlichkeit. Irgendwann nach ein paar weiteren schönen Plätzen und Aussichten traten wir aus dem Wald hinaus. Endlich waren wir an unserem Ziel, an der Spitze des Berges. Ein wunderbarer Anblick bot sich uns dar. Ich ließ meinen Blick über das Dorf Rosia, das ganz klein zu erkennen war, schweifen und ergötzte mich an den wunderschönen Bergen, die voll saftigen Grüns waren. Als wir uns dort nun an einem schattigen Platz niederließen, machten die anderen, die nicht gar so kurzsichtig waren wie ich, die Schule ausfindig und stellten fest, dass Frau Berg soeben mit dem Auto zurückgekommen war. Auch sie hatte eine Wanderung gemacht. Wir hörten ein wenig Musik aus einem kleinen Walkman mit Lautsprecher und genossen die warme sich allmählich neigende Sonne. Als sich die anderen Jungs verabschiedet hatten und wir allmählich Hunger bekamen, machten auch wir uns auf den Heimweg. Marja Burchard Last modified: 2002-12-26 |
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