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Deutschunterricht17. Tag, Dienstag, 11.06.2002 Heute durfte ich am Unterricht der Zigeunerkinder teilnehmen. Alles wuselte herum, man fragte mich nach meinem Namen, dann kam die Lehrerin in die Klasse und die Kinder wurden still. Die Schüler erheben sich, sprechen ein Spruch und bewegen dabei ihre Arme. Dann geht die Lehrerin durch die Klasse und begrüßt jedes Kind per Handschlag. Ich habe die Ehre bei einem Klatschspiel mitmachen zu dürfen, bei dem man im Kreis steht und noch Vorgabe der Lehrerin ein- oder zweimal Klatschen oder Stampfen weitergibt. Anschließend beginnt der Deutschunterricht. Alle Kinder kommen hintereinander vor, erhalten dort einen Hut, einen Schal und müssen dann sagen (dem Lehrer nachsprechen): »Ich bin ... Jahre alt.« »Ich heiße ... .« »Guten Morgen. Wo wohnst du?« »Ich wohne in Rosia.« Die anderen Kinder sind von dieser Aktion nicht sonderlich angetan und reden munter weiter. Anschließend muss die Klasse einen rumänischen Text von der Tafel abschreiben. Die Lehrerin macht dann mit den Kindern ein Hüpf- und Klatschspiel. Ich habe das Gefühl, dass die Schule hier einem ganz anderen Zweck dient als in München. In München gehen wir zur Schule, um etwas zu lernen und dann haben wir Freizeit. Hier können die Kinder oft nicht in die Schule, weil sie arbeiten müssen. Die Schule gibt ihnen eine gewisse Ordnung. Hier können sie spielen und werden liebevoll behandelt, was zuhause bei ihnen oft nicht der Fall ist. Die Lehrerinnen putzen ihnen die Nase und geben ihnen Essen. Also dient hier die Waldorfschule der seelischen Heilung. Sie ist eine Therapie für die Kinder, die ihnen Halt gibt. Amrei Weinhöppel
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