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Wir verstauen unsere Rucksäcke und Taschen und bemerken nicht, wie eine Plastikflasche mit Apfelsaft aus irgendeinem
Gepäckstück fällt, erst als zwei Straßenjungen, die wir bisher nicht beachtet hatten, sich darauf stürzen, nehmen wir die
Flasche wahr. Sie heben sie auf, reden rumänisch mit uns, wir verstehen sie nicht, bedeuten ihnen aber mit gönnerhaftem
Lächeln, die Flasche behalten zu dürfen. Wenige Sekunden sehe ich in ihren Gesichtern Zufriedenheit und Triumph. Sie trinken.
Der eine packt die Flasche zu zwei Brotlaiben unter seinem Arm und streckt uns seine fordernde Hand entgegen. Der andere tut
es ihm nach. Beide reden jammernd auf uns ein. Wir verstehen nichts. Wir sind verunsichert, wissen nicht, ob wir ihnen etwas
geben sollen oder es lieber bleiben lassen. Wir fliehen in unsere zwei Transporter, schließen die Türen, versuchen die beiden
Jammerer zu ignorieren. Sie fordern weiter. Die meisten meiner Klassenkameraden schauen weg. Ich beobachte beide, sie sind
zwischen neun und zwölf Jahre alt. Ihre Klamotten kaum zerrissen und erstaunlich sauber. Sie sind neben den schon zu lange
geschundenen Autos ein weiterer Beweis für die Armut des Landes.
Severin
Last modified: 2002-12-26
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