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Kommissionsbericht (2002) zum Beitritt Sloweniens
Seit der Stellungnahme hat Slowenien ein relativ robustes Wachstum ohne
größere makroökonomische Unausgewogenheiten erreicht. Das durchschnittliche
BIP-Wachstum für den Zeitraum seit 1997 betrug 4,2 %, fiel jedoch 2001 auf
3,0 %. Insgesamt wurde das Wachstum sowohl durch die Auslands- als auch durch
die Inlandsnachfrage gestärkt. Selbst 2001 beruhte das BIP-Wachstum weiterhin
hauptsächlich auf einer positiven Nettoausfuhrleistung, trotz eines sich
verschlechternden externen Umfelds. Das Leistungsbilanzdefizit betrug
durchschnittlich rund 1,7 % des BIP und schwankte von Kommission über die
Fortschritte jedes Bewerberlandes auf dem Weg zum Beitritt`` (KOM (2002)
700). einem leichten Plus zu einem Defizit von 3,9% in 1999 und gelangte
aufgrund einer schwächeren Inlandsnachfrage wieder ins Gleichgewicht. Das
Verwaltungsdefizit betrug für die Jahre 1997 bis 2001 rund 2,3% des BIP in
harmonisierten EU-Standards (ESA95) . Die
Arbeitslosigkeit lag bei durchschnittlich 6,8%, zeigte seit 1999 einen
schrittweisen Abwärtstrend und erreichte mit 5,7% in 2001 ihren tiefsten
Stand. Andererseits verblieb die Inflation nachhaltig im hohen einstelligen
Bereich von durchschnittlich 8% und bleibt ein politisches Problem. Nach wie
vor besteht Inflationsdruck, unter anderem durch Lohndruck des öffentlichen
Sektors, und wird verstärkt durch die nach wie vor angewandte wenn auch
nachlassende Indexierung und eine weitgehend unterstützende Geld- und
Wechselkurspolitik.
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Wirtschaftstrends |
|
Slowenien |
|
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
Durchschnitt |
2002 (letzter
Stand) |
|
Reales BIP-Wachstum |
in % |
4.6 |
3.8 |
5.2 |
4.6 |
3.0 |
4.2 |
2.2 Q1 |
|
Inflationsrate |
|
|
|
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|
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|
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| -
Jahresdurchschnitt |
in % |
8.3 |
7.9 |
6.1 |
8.9 |
8.6 |
8.0 |
7.8 Juli
1 |
| -
Dezember/Dezember |
in % |
8.8 |
6.4 |
8.1 |
8.9 |
7.1 |
7.9 |
7.5 Juli |
|
Arbeitslosenquote, Definition der
Arbeitskräfteerhebung |
in % |
6.6 |
7.4 |
7.3 |
6.9 |
5.7 |
6.8 |
5.9 Q2 |
|
Gesamtstaatlicher
Haushaltssaldo |
in % des BIP |
-1.2 |
-2.3 |
-2.2 |
-3.2 |
-2.5 |
-2.3 |
|
|
Leistungsbilanzsaldo |
in % des BIP |
0.1 |
-0.8 |
-3.9 |
-3.4 |
-0.4 |
-1.7 |
|
|
in Mio
ECU/EUR |
10 |
-131 |
-734 |
-662 |
-752 |
-318 |
106
Jan.-Mai3 |
|
Bruttoauslandsverschuldung der
Volkswirtschaft, Relation Schulden/Ausfuhren |
in % der Ausfuhr v. Waren
u. Dienstleistungen |
30.9 |
35.4 |
44.2 |
45.7 |
: |
: |
|
|
in Mio
ECU/EUR |
2,854 |
3,5064 |
4,357 |
5,278 |
: |
: |
|
|
Zufluss ausländischer Direktinvestitionen,
Zahlungsbilanzdaten |
in % des BIP |
2.1 |
1.3 |
0.9 |
1.0 |
1.9p |
1.4p |
|
|
in Mio
ECU/EUR |
331 |
221 |
170 |
190 |
390 p |
260 p |
357
Jan.-Mai5 |
| Quellen:
Eurostat, slowenische Quellen, OECD-Statistiken über die
Auslandsverschuldung |
|
-
Gleitender 12-Monats-Durchschnitt der prozentualen
Veränderungen
- Quelle:
Webseite der Nationalbank
- Quelle:
Webseite der Nationalbank
-
Zeitreihenbruch infolge gewisser technischer
Definitionsänderungen
- Quelle:
Webseite der Nationalbank
|
Der Umstrukturierungsprozess ging in der Regel langsam voran und ergibt in
einer Reihe von Bereichen ein unterschiedliches Bild. Seit der Stellungnahme
war der Fortschritt bei der Privatisierung, der Liberalisierung und der
Umstrukturierung häufig langsam mit bemerkenswerten sektoriellen
Unterschieden. Die Slowenische Entwicklungsgesellschaft (SDC) hat eine
wichtige, jedoch nicht immer transparente Rolle im Privatisierungs- und
Umstrukturierungsprozess gespielt. Im Jahr 2001 hat die Regierung
beschlossen, die SDC bis Ende des Jahres zu schließen. Diese Verpflichtung
war schwer in die Praxis umzusetzen und hinkt dem Zeitplan erneut hinterher.
Nach dem endgültigen Verkauf von Vermögensgegenständen, die vom Staat
zugewiesen wurden, um die Privatisierungslücke im März 2002 zu schließen, ist
die Lücke, die 1996 infolge eines Missverhältnisses zwischen dem Wert der an
die Bevölkerung ausgegebenen Eigentumszertifikate und dem Wert des
privatisierten Vermögens entstanden war, nunmehr geschlossen. Im Stahlsektor
hat die Umsetzung des Privatisierungsplans entsprechend dem
Umstrukturierungsprogramm begonnen, während die Liberalisierung in mehreren
Versorgungsbereichen wie Telekom und Energie eingesetzt hat. Andererseits hat
der Privatisierungsprozess der größten staatseigenen
Versicherungsgesellschaft noch nicht begonnen, obwohl das Parlament im Mai
2002 ein neues Gesetz für die Besitzübertragung verabschiedet hat, das den
Weg für Reformen in diesem Sektor endgültig freimachen soll. Der Bankensektor
wird nach wie vor dominiert von zwei staatseigenen Banken, und es gibt nur
geringen ausländischen Wettbewerb, auch wenn dieser langsam zunimmt. Der
Privatisierungsprozess in diesem Sektor hat mittlerweile begonnen, aber nicht
ohne Probleme, da die Regierung die Privatisierung einer der Banken
angehalten hat und den Privatisierungsplan der anderen Bank in der Endphase
geändert hat. Slowenien verzeichnet nur relativ geringe Zuflüsse
ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in Höhe von rund 1% des BIP jährlich;
Anlass zur Hoffnung gibt jedoch, dass die Zuflüsse sich in 2001 auf 2,3% des
BIP mehr als verdoppelt haben, im Wesentlichen aufgrund von ausländischen
Erwerbungen im Banken- und Telekommunikationsbereich.
Ausgehend von einem bereits relativ hohen Einkommensniveau hat Slowenien
gute Fortschritte in Richtung auf den EU-Durchschnitt gemacht. Im Jahr 2001
erreichte das Pro-Kopf-BIP in Kaufkraftstandards (KKS) 69% des
EU-Durchschnitts. Das Pro-Kopf-BIP in dem Gebiet um die Hauptstadt Ljubljana
betrug 91% des EU-Durchschnitts und lag damit bedeutend höher als im übrigen
Land. Die ärmsten Regionen liegen hauptsächlich im östlichen Teil des Landes
mit einem Einkommensniveau, das nur leicht über 50% des EU-Durchschnitts
liegt. Die Erwerbsquote schwankte nur leicht im Berichtszeitraum und liegt
mit 67,5% im Jahr 2001 in der Nähe des Wertes von 1997. Die
Beschäftigungsquote verhielt sich ähnlich und lag 2001 bei 63,6%, während die
Arbeitslosenquote vom Spitzenwert, der 1998 bei 7,4% lag, im Jahr 2001 auf
5,7% sank. Während des Zeitraums fiel der Anteil der Langzeitarbeitslosen
zunächst 1999 auf 42 %, stieg jedoch 2001 auf 63% und betrifft hauptsächlich
geringqualifizierte Arbeitnehmer, die der älteren und mittleren Generation
zuzurechnen sind. Die Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 Jahren
stieg zunächst 1999 auf 18,5%, fiel jedoch 2001 wieder auf 15,7%. Die
Arbeitslosenquote der Männer lag im Jahr 2001 bei 5,4% und die der Frauen bei
6%. In Slowenien besteht immer noch ein relativer geringes, aber anhaltendes
Regionalgefälle. Die ärmeren Regionen verzeichnen weiterhin einen
Bevölkerungsschwund und höhere Arbeitslosigkeit.
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Wichtige
Strukturindikatoren der Wirtschaft 2001 |
|
Bevölkerung (Durchschnitt) |
in Tsd. |
1,992 |
|
BIP (pro Kopf) 1 |
KKS |
16,000 |
|
in % des
EU-Durchschnitts |
69 |
|
Anteil der
Landwirtschaft2 an
der: |
|
|
| -
Bruttowertschöpfung |
in % |
3.1 |
| -
Beschäftigung |
in % |
9.9 |
| -
Bruttoanlageinvestitionen/BIP |
in % |
24.9 |
|
Bruttoauslandsverschuldung der
Volkswirtschaft/BIP3 |
in % |
27.0 |
|
Ausfuhr von Waren und
Dienstleistungen/BIP |
in % |
60.1 |
|
Bestand an ausländischen |
in Mio EUR |
3,0414 |
|
Direktinvestitionen |
in EURpro Kopf
5 |
1,527 |
|
Langzeitarbeitslosenquote |
in % de
Erwerbsbevölkerung |
3.6 |
P: vorläufige Angaben
|
- Den
Berechnungen wurden die Bevölkerungszahlen der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zugrunde gelegt, die sich von
denen der Bevölkerungsstatistik unterscheiden können.
-
Landwirtschaft, Jagd- und Forstwirtschaft und Fischerei.
- Die
Angaben beziehen sich auf 2000.
- Die
Angaben beziehen sich auf 2000.
- Den
Berechnungen wurden die Bevölkerungszahlen der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zugrunde gelegt, die sich von
denen der Bevölkerungsstatistik unterscheiden können.
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© Europäische Kommission; Last modified 2003-05-03
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