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Fragen zum mgl. EU-Beitritt der Türkei

Bewertung

Der Beitritt der Türkei würde mit wirtschaftlichen Herausforderungen einhergehen, die für alle beteiligten Parteien Chancen bergen. Die wichtigsten Auswirkungen eines möglichen Beitritts der Türkei zur EU lassen sich folgendermaßen zusammenfassen.

  • Insgesamt würde die Wirtschaft der EU-Mitgliedstaaten, wenn auch nur gering, vom Beitritt der Türkei profitieren. Ein schnelleres Wachstum in der Türkei dürfte den Exporten der EU-25 einen positiven Impuls verleihen. Die Investitionsmöglichkeiten für EU-Unternehmen würden infolge eines besseren Investitionsklimas im Zusammenhang mit der Beitrittperspektive der Türkei voraussichtlich steigen. Eine mögliche Steigerung der verfügbaren Arbeitskräfte, die aus der Türkei einwandern, könnte etwas an zusätzlichem Wachstum hervorbringen. Angesichts des geringen Einkommensniveaus der türkischen Regionen im Vergleich zum EU-Durchschnitt würde der Beitritt der Türkei die regionalen Disparitäten in der EU statistisch verschärfen.
  • Die Türkei würde von ihrem Beitritt zur EU umfassend profitieren. Der Beitritt dürfte das türkische Wachstum hauptsächlich im Wege eines stärkeren Handelsverkehrs, höherer Investitionen wegen mehr ausländischer Direktinvestitionen und eines höheren Produktivitätswachstums infolge eines geänderten Anteils einzelner Sektoren an der Produktion sowie im Wege der Umsetzung von Strukturreformen in Einklang mit dem wettbewerbsfähigeren EU-Binnenmarkt ankurbeln. Trotz des erheblichen Anschubs, den die Beschleunigung des Wachstums der Wirtschaftsentwicklung der Türkei verleihen würde, wird davon ausgegangen, dass das Einkommensniveau der Türkei mehrere Jahrzehnte benötigt, um gegenüber der EU aufzuholen.
  • Damit die Türkei aus dem Beitritt uneingeschränkt Nutzen ziehen kann, müssen die makroökonomische und finanzielle Stabilität gewährleistet und die Produktions kapazität durch eine entsprechende Steigerung des Kapitals und der Humanressourcen gestärkt werden. Die Strukturreformen sollten weiterverfolgt werden, um eine wirksame Verwaltung der öffentlichen Finanzen, eine weitere Stabilisierung und Entwicklung des Finanzsektors sowie verstärkte Anstrengungen und Ausgaben zur Verbesserung des Niveaus der allgemeinen und beruflichen Bildung insgesamt zu gewährleisten sowie um verstärkt ausländische Direktinvestitionen anzuziehen.



© Europäische Kommission 10/2004

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