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Fragen zum mgl. EU-Beitritt der TürkeiWichtigste AgrarsektorenUnterschiede in den Statistikmethoden und der Produktqualität machen einen Vergleich der wichtigsten Agrarsektoren und der EU und in der Türkei schwierig. Das Ausmaß der Unterschiede zum Beitrittszeitpunkt hängt außerdem von den Entwicklungen in der türkischen Landwirtschaftspolitik und den Märkten während des Heranführungszeitraums ab. Dennoch lassen sich aufgrund der vorhandenen Informationsquellen einige allgemeine Schlussfolgerungen ziehen. Bei den Ackerkulturen wäre die Türkei an der EU gemessen ein großer Erzeuger. So etwa wurde 2001 auf einer Fläche von 13,8 Mio. Hektar Getreide (außer Reis) angebaut, was im selben Jahr 26 % der Gesamtfläche der EU-25 ausmacht. Andererseits sind die Getreideerträge (außer bei Reis) allgemein niedrig (rund 2 Tonnen je Hektar bei Weizen, was zwei Drittel der gesamten Getreideerzeugung ausmacht). Zwar lassen sich die Preisniveaus nur schwer vergleichen, doch liegen die Preise für Weizen, Gerste und bestimmte Getreidesorten erheblich höher als in der EU. Bei Obst und Gemüse ist die Türkei weltweit ein großer Erzeuger und Nettoausführer und wäre in der EU ein wichtiger Akteur. Sie produziert derzeit Obst und Gemüse in einer Größenordnung, die 40 % bzw. 20 % der Produktion der EU-25 entspricht. Die Türkei wäre bei Weitem der größte Gemüseerzeuger der EU und würde bei Obst (nach Italien und Spanien) den dritten Platz einnehmen. Die türkischen Obst- und Gemüsepreise scheinen etwas niedriger zu liegen als die EU-Preise, außer bei Äpfeln und Zitrusfrüchten, wo die Preise denen in der EU ähneln. Bei Nüssen ist die Türkei ein wichtiger globaler Akteur, insbesondere bei Haselnüssen, von denen die Türkei weltweit am meisten exportiert. Die Haselnussproduktion lag 1999 mit 500 000 Tonnen fast dreimal so hoch wie die Gesamtproduktion der EU-15 (140 000 Tonnen). Im Allgemeinen ist die Türkei dank ihres Klimas und ihrer niedrigen Lohnkosten vom Preis-Leistungs-Verhältnis her gesehen ein sehr wettbewerbsfähiger Nusserzeuger. Bei anderen Kulturen scheint die Türkei (gegenüber der EU und weltweit gesehen) ein wettbewerbsfähiger Erzeuger von bestimmten Körnerhülsenfrüchte wie Kichererbsen und Linsen, Baumwolle sowie einigen Tabak- und Olivenölqualitäten. Beim Zucker ist der Türkei weltweit gesehen nicht wettbewerbsfähig, doch kann erst nachdem das Ergebnis der EU-Zuckerreform feststeht bewertet werden, was dies bedeutet. Im Bereich der lebenden Tiere und tierischen Erzeugnisse ist der türkische Markt in hohem Maße geschützt. Der türkische Fleischverbrauch der Kopf liegt bei rund einem Fünftel des EU-Durchschnitts, bei Schaffleisch aber höher als in der EU. Bei Kuhmilch und Eiern liegt der Verbrauch bei rund der Hälfte bzw. bei drei Viertel des EU-Niveaus. Viehhaltung wird im Allgemeinen in kleinen Familienbetrieben praktiziert. Nur 2 % der Betriebe sind spezialisierte Viehzuchtbetriebe. Die Marktpreise für die meisten Nutztiere, Fleisch und Milchprodukte scheinen höher zu liegen als in der EU, außer für Schaffleisch, dessen Preise anscheinend etwas niedriger liegen als in der EU. © Europäische Kommission 10/2004 |
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