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Kommissionsbericht zum Beitritt Ungarns

Kapitel 17: Wissenschaft und Forschung

Fortschritte seit dem letzten Regelmäßigen Bericht

In diesem Bereich wurden seit der Annahme des letzten Regelmäßigen Berichts weitere Fortschritte erzielt.

Im nationalen Entwicklungsplan Ungarns ist die Förderung von FuE und Innovation inzwischen eine offizielle Priorität. In diesem Rahmen wurden 2001 nationale FuE-Programme eingeleitet, in deren Rahmen mit wesentlich höheren Finanzmitteln umfassende Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte unterstützt werden sollen. 2001 wurden die Gehälter der in Hochschulen und Forschungseinrichtungen Tätigen beträchtlich erhöht. Im Zweijahreshaushalt für 2001/2002 wurden die Mittel zur Unterstützung der wettbewerbsorientierten FuE aufgestockt.

Im Februar 2002 begann das ungarische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr mit der Durchführung eines zehnjährigen Entwicklungsplans. Dieser enthält u. a. ein Teilprogramm für Humanressourcen, das auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und multinationalen Unternehmen abzielt. Mit dem Teilprogramm für FuE-und Innovationsmanagement sollen die infrastrukturbezogenen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden.

Weitere Steuervergünstigungen wurden eingeführt, um den Unternehmen die Steigerung ihrer Forschungstätigkeit zu erleichtern. Bis zu 200% der Forschungsausgaben können Unternehmen nun von der Steuer absetzen. Dies ist vor allem für KMU interessant, die sich normalerweise keine kostspieligen unternehmensinternen Forschungsarbeiten leisten können.

Während des Berichtszeitraums war Ungarn weiterhin mit dem Fünften EG-Rahmenprogramm und dem Euratom-Rahmenprogramm assoziiert. Ungarn hat Interesse an einer Assoziierung mit dem Sechsten EG-Rahmenprogramm (2002-2006) geäußert.

Gesamtbewertung

Es sind solide Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Technologie gegeben, u. a. auch nationale Kontaktstellen. Die Beteiligung Ungarns an den FTE-Programmen der Gemeinschaft kann zwar als erfolgreich bezeichnet werden; es sollten jedoch weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Beteiligung der KMU zu erhöhen. Die Bruttoinlandsausgaben für FuE sind noch relativ gering und müssen aufgestockt werden. Dies wird vom Bildungsministerium in Erwägung gezogen.

Die im Bildungsministerium für Forschung und Wissenschaft zuständigen Abteilungen verfügen über eine ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Ungarn kann in den Bereichen Wissenschaft und Forschung auf eine lange Tradition verweisen. Es existiert ein gut funktionierendes Netz von Instituten, Hochschulen/Universitäten und FuE-Einrichtungen in den Unternehmen. In einigen Laboratorien wurden die für die jeweiligen Forschungsprojekte erforderlichen Infrastrukturen geschaffen. In den meisten ist die Ausrüstung jedoch in schlechtem Zustand. Nutzung und Wartung sind ein Problem, das angegangen werden muss. Der zentrale Fonds für technologische Entwicklung verfügt über ein Programm für große Geräte und Messanlagen für Forschungsinstitute und - gruppen.

Schlussfolgerung

Die Kommission kam in ihrer Stellungnahme von 1997 zu dem Ergebnis, dass in diesem Bereich keine größeren Probleme zu erwarten seien und der Beitritt beiden Seiten zum Nutzen gereichen würde.

Seitdem hat Ungarn fortlaufend Fortschritte vorzuweisen. Die Zusammenarbeit mit der EU wurde ausgebaut.

Die Verhandlungen über dieses Kapitel sind vorläufig abgeschlossen. Ungarn hat keine Übergangsregelung beantragt. Es erfüllt im Allgemeinen die Verpflichtungen, die es in diesem Bereich in den Beitrittsverhandlungen eingegangen ist.

Um die Vorbereitung auf den Beitritts abzuschließen, muss Ungarn nun die forschungsbezogenen Verwaltungskapazitäten und Infrastrukturen weiter ausbauen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Assoziierung mit den Rahmenprogrammen der Gemeinschaft.

© Europäische Kommission; Last modified 2003-03-31
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