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Wirtschaftliche EntwicklungDie makroökonomische Lage ist weiterhin solide. Auf der Grundlage der bisherigen Strukturreformen und eines sorgfältigen gesamtwirtschaftlichen Managements hat das Wirtschaftswachstum den höchsten Stand seit Beginn des Transformationsprozesses erreicht. Obgleich der Privatisierungsprozess nahezu abgeschlossen ist, sind die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) nach wie vor die wichtigste Antriebskraft für Wachstum und Produktivitätssteigerungen. Die Inflation ist immer noch relativ hoch, und die Behörden haben erst vor kurzem mit einer Änderung ihrer Wechselkurs- und Geldpolitik darauf reagiert, die auf eine Senkung der Preissteigerungsrate abzielt. Die Leistungsbilanz hat sich wesentlich verbessert. Die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen setzte sich 2000 fort, 2001 wurde jedoch in der Finanzpolitik ein expansiver Kurs eingeschlagen.
Der Schwerpunkt der Strukturreformen verlagert sich mit zunehmender Reife des ungarischen Transformationsprozesses. Da die Strukturreformen bereits weit fortgeschritten sind, wurden im abgelaufenen Jahr nur bescheidene Fortschritte erzielt, insbesondere im Gesundheitswesen. Die Umsetzung des Széchenyi-Plans für Wirtschaftsreformen für den Zeitraum 2001-2006 befindet sich noch in einem frühen Stadium, auch wenn bereits erste Auswirkungen im privaten Wohnungsbau und bei KMU zu beobachten sind. Die Umstrukturierung des Eisenbahnsystems wurde fortgesetzt. Ein umfangreicher Schuldenerlass in Verbindung mit einer Umschuldung der Restschulden wurde durchgeführt, muß aber noch durch fundamentalere Umstrukturierungen ergänzt werden. Die staatliche Preisfestsetzung in regulierten Wirtschaftszweigen ist immer noch zu streng. Vor kurzem wurde eine schrittweise Liberalisierung des Telekom-, Gas- und Stromsektors auf den Weg gebracht.
Ungarn hat gegenüber der EU kontinuierlich aufgeholt. Im Jahr 2000 machte das BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (KKS) 52% des EU-Durchschnitts aus und zeigt seit 1995, als der entsprechende Wert noch bei 46% lag, einen stetigen Aufwärtstrend. Das regionale Einkommensgefälle ist beträchtlich. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt erreichte das BIP pro Kopf in KKS in der Zentralregion im Umkreis von Budapest 76%, während der Norden der Großen Tiefebene weiterhin bescheidene 32% aufweist. Die ungarischen Erwerbsquoten sind relativ niedrig. Die Erwerbsquote und die Erwerbstätigenquote haben sich 2000 leicht auf immer noch niedrige 50% bzw. 55,9% erhöht. Umgekehrt ist die Arbeitslosigkeit auf niedrige 6,4% zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote der Frauen lag bei 5,6% und damit unter dem Wert von 7% bei Männern. Allerdings sind auch die weiblichen Erwerbsquoten sehr viel niedriger. Die Jugendarbeitslosigkeit lag bei etwa 12% und der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen bei über 44%; beide zeigen eine rasch abnehmende Tendenz. Die Mindestlöhne, die etwa 25% der Erwerbsbevölkerung betreffen, wurden 2001 wesentlich erhöht und stiegen von 96 EUR auf 192 EUR im Monat. |
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