VWL, BWL und Recht

Eine Unterscheidung zwischen der Betriebswirtschaft und der Volkswirtschaft. Das ist simplifiziert (und damit immer falsch) :

Der Jurist sagt (betriebswirtschaftlich): Das Vermögen einer Person ist die Summe der geldwerten Rechte, und denkt: Vermehre ich die Rechte einer Person, vermehre ich deren Vermögen, und schlussfolgert: Vermehre ich die Rechte einer Gruppe von Personen, vermehre ich die Vermögen der Mitglieder der Gruppe.

Münze -- ein Euro

 

 

Der Volkswirt, etwa Adam Smith, sagt: Reduziere ich die Sonderrechte, vermehrt sich das Vermögen der Gesellschaft.

 

3 Gedanken zu „VWL, BWL und Recht“

  1. Ein Wirtschaftswissenschaftler würde sagen: ,,Das ist Angebot und Nachfrage“. Die meisten Menschen interessieren sich ja nicht für das Geld an sich oder für das Phänomen Geld in der Gesellschaft. Ihr Interesse ist auf das ,,Geld verdienen“ gerichtet. Aber das beginnt eigentlich schon in der Schule, denn bereits dort wird immer mehr das praktisch Verwertbare (was zumeist mit Geld verdienen gleich gesetzt wird) gelegt.

    Und es trifft in erster Linie auf BWL zu, weil man dort hauptsächlich lernt, welche Maßnahmen dazu führen, dass unterm Strich ein höherer Betrag übrig bleibt. In der VWL ist dieses Streben integrales Bestandteil der typischen Analysen. Aber man lässt den Faktor Geld oft — keineswegs immer (möglicherweise noch als Gegenposition zum Merkantilismus oder Metallismus ) — außen vor und betrachtet es nur als Recheneinheit.

    Jedoch gibt es auch zahlreich Material aus dem Bereich der Volkswirtschaft, das die Implikationen des Geldes untersucht, bspw. setzt das aktuelle Geldsystem mit der Geldschöpfung durch Banken Zinsen voraus. Zinsen sind aber auf Dauer nur akzeptabel, wenn wir zugleich ein dauerndes Wachstum haben, da andernfalls gewaltige Beschäftigungsprobleme (und soziale Instabilitäten aufgrund der schleichenden Umverteilung) drohen.

  2. „Wir wären weit, weit über den Kapitalismus hinaus (Kapitalismus = wirtschaftlicher Zustand, in dem die Nachfrage nach Geld und Realkapitalien das Angebot übertrifft und darum den Zins bedingt), wenn seit 3000 Jahren durch die Wirtschaftskrisen die Kultur nicht immer wieder die mühsam erklommenen Stufen heruntergestoßen worden wäre; wenn die bettelhafte Armut, in der jede Krise die Volksmassen hinterlässt, nicht die Bettlergesinnung großgezogen hätte, die nun einmal den Menschen, groß und klein, in den Knochen liegt. … Die Plage des Hungers und der Druck der Schulden sind böse Erzieher. …Und wo wären wir heute in wissenschaftlicher, technischer, … Beziehung angelangt, wenn die vielversprechende Kultur, die das Gold, obschon blutbefleckt, geraubt und erpresst, in Rom erstehen ließ, nicht unter einer anderthalbtausendjährigen, durch Geldmangel erzeugten ökonomischen Eiszeit erstarrt, vergletschert, vernichtet worden wäre? Sicherlich säßen wir jetzt auf dem Throne Gottes und ließen das All im Kreis an unserem Finger laufen.“

    Silvio Gesell (aus „Die neue Lehre vom Geld und Zins“, 1911)

    Bis heute herrscht auf diesem kleinen blauen Planeten am Rande der Galaxis ein „wirtschaftlicher Zustand, in dem die Nachfrage nach Geld und Realkapitalien das Angebot übertrifft und darum den Zins bedingt“, weil seit dem Beginn des zivilisatorischen Mittelalters der „Normalbürger“ glaubt, dass Zinsen auf „Apfelbäumchen“ wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/04/das-zivilisatorische-mittelalter.html

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